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ivar man damals schon auf einen üblen Geschmak ge-fallen, wie sich VitruviuS beklaget/ daß man demEndzweke der Malerei entgegen, welches die Wahr-heit oder Wahrscheinlichkeit sei, Dinge wider die Na-tur und gesunde Vernunft vorgestellet, und Paläffe«uf Stäbe von Rohr und auf Leuchter gebauet, dieunförmlichen, langen und spillenmaßigen Säulen, wieder Stab oder der Leuchter aus dem Altertume iff,dadurch vorzustellen. Einige Stiike von idealischenGebäuden unter den hercnlanischen Gemälden, welchevielleicht um eben die Zeit, oder doch nicht lange her-nach, gemachet sind/ können diesen verderbten Ge-schmak beweisen. 2) Die Säulen an denselben habendas Dopelte ihrer gehörigen Länge, und einige sindschon damals wider den Grund einer tragenden StüzeMehet: die Verzierungen an denselben sind unge-mnit und barbarisch. Von einer ähnlichen ausschwei-fenden Art waren die Säulen einer gemaleten Archi-tektur auf einer Wand vierzig Palme lang/ in demWaffe der Kaiser, in der Villa Farnese/ und inten Bädern des T i tu S.
§. 16. So merkwürdig in der Geschichte derKunst der Name des Auguffus und die übrigenDenkmale von seiner Zeit sind: eben so ist es derName des AsiniuS Pollio, eines der größten Lieb-haber der Kunst, durch die Nachricht des Plinins«»» den besten Werken alter Kunst, die iener aus vie-le» Gegenden in Griechenland zusammenbringen ließ/mid öffentlich aufstellete. Es machet dieser Scri-
>? 1^. 7. c. ä.
«i'Lrcvt. i. Z. tav. 87. 63. ?g, t. 4. tav. 86.
Z) Hiervon habe ich eine Zeichnung von dem berühmtenJohan von Udinc, des Navhaels Schüler, gese-hen. W i n ck c l in a n.
4) 1^. ZK. c. Z. sect. 4. n. 10.