168 Geschichte der Kunst.
Z. 5. ES ist hingegen zu beweisen/ daß ohngechtet des PflugeisenS der Name Cincinnatus dieserStatue im Geringsten nicht zukommen könne/ Mdieselbe als eine unbekleidete Statue keinen römischeConsul vorstellen kan, da die Nömer die Bildnisihrer berühmten Männer alle bekleideten/ (die Sta-tue des PompejuS ausgenommen) und hierin vonden Griechen verschieden waren, welches ich in dirErfahrung bestätiget gefunden habe. Folglich ist SieStatue/ von welcher wir reden/ eine heroische,und wen ich nicht irre/ bildet dieselbe denZasou,da er, unerkant wer er war/ nebst Anderen von dmPelias/ seines VaterS Bruder/ zu einem feiertchen Opfer an denNeptunus eingeladen wurde,>ZEr wurde gerufen/ da er pflügete/ welches durchdas Pflugeisen neben der Statue angedeutet wird,lind da er durch den Fluß AnauruS zu gehen hatte,vergaß er in der Eile den Schuh an den linke»Fuß zu legen / und hatte denselben nur an dem rech-ten Fuße angeschnüret.^) Da Jason in dieser Ge-stalt vor dem PeliaS erschien/ lösete sich diesemdas ihm gegebene räthselhafte Orakel auf/ sichdem zu hüten/ welcher mit einem einzigen Schu-he/ zu ihm kommen würde. Dieses isl,glaube ich/ die wahre Erklärung gedachter StaNie,^
1) I. i. c. 9. sect. l6. Lcliol.
IV. v. i3Z. Argonaut. I. 1. v. 10. llvgin.
>2. Meyer.
2) Winckelman erzählt den Vorsatt mit dem SMnach dem Sckioliastcn zu der eben angeführten EttkPindar §. Nach dem Zlpollodorus und Andern »erwJason den Sckinh am linken Fufie in dem Flusse ?um>ros. Meyer.
Z) Wäre in der Statue Cincinnatus vorgestellt, s«würde sie einen Bart haben, welche» man zu jene» Z»'»en, im Jahre Roms 2S6, und auch unüesähr 2l>02ahi