Druckschrift 
6 (1825)
Entstehung
Seite
100
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lvo Geschichte der Kunst.

muhend/ aber mitten in feinen Arbeiten vorgestellet,und mit aufgeschwollenen Adern und mit angestren-geten Muskeln/ die über die gewöhnliche Maße el»-ftisch erhöhet sind/ so daß wir ihn hier gleichsam er-hizet und athemloS ruhen sehen/ nach dem mühsame«Zuge zu den hesperischen Gärte»/ deren Äpfel er i»der Hand hält. Glykon hat sich hier nicht weni-ger/ als dort Apollonius/ wie ein Dichter gezei-get/ indem er sich über die gewöhnlichen Formen derMenschheit erhoben hat in den Muskeln/ die wie ge-drungene Hügel liegen: den hier ist dessen Absichtgewesen/ die schnelle Springkraft ihrer Fibern «niS-zudrüken/ und dieselbe nach Art eines Bogens indie Enge zu spannen. Mit solcher gründlichen Über-legung will dieser Herkules betrachtet werden/ da-mit man nicht den poetischen Geist des Künstler»für Schwulst/ und die idealische Stärke für über-triebene Kekheit nehme: den demjenigen/ der solchein Werk zu verfertigen im Stande gewesen, kaiiman die von mir angegebene Absicht mit Sicherheitzutrauen. Man erinnere sich zugleich unter anderenDingen, die ich von diesem Herkules bereits be-rühret habe/i) Verhältnisses des KopfeS zu deinKörper/ wo die Gründe davon angezeiget worden;und ich verweise den Leser zugleich auf die Stattedes Herkules von Erzt im Campidoglio/ derenKopf verhältnifiweis kleiner noch als jener zu seinscheinet. Bon dem Bildhauer Glykon ist uns keineNachricht geblieben; und der Verfasser der Be-trachtungen über die Dichtkunst und NU>lerei irret/ wen er vorgibt/ daßPlininS von derStatue des farnefi sehen Herkules mit beson-derem Lobe rede; er gedenket weder derselben/ nochdes Glykon/ welcher sie gemachet.?) Wir können

t) cs B. 6 K. §.1

2) Du Los, sur la xovsie. t. l. sect. 37. x. 33/.