Z8 Geschichte der Kunst.
§.»2. Da nun die Künstler diesen König billigals ihren Helden angesehen/ so haben sie auch dieGeschichte desselben, gleich der Götter-und Helden-geschichte/ die der eigentliche Vorwurf der Kunstist/ ebenfalls zu ihren Bildern gewählet/ und Ale-xander allein unter allen Königen und berühmtenMännern der wahren Geschichte bat das Vorrechterhalten/ auf erhobenen Arbeiten vorgestellet zu wer-den, wovon der Grund auch in seiner Geschichteselbst lieget; den dieselbe ist den Begebenheiten derHelden ähnlich und also dichterisch/ und war folg-lich auch der Kunst/ die dasAusscrordentliche liebet,gemäß, und ausserdem allen bekant/ nicht wenigerals die Erzählungen vom Achilles und Ulysses,§. ZZ. Wen ich von erhobenen Arbeiten rede,verstehe ich solche, die so wie andere dergleichenWerke als bedeutende oder allegorische Bilder ver-fertiget / und an Gebäuden oder an Grabmälern an-gebracht wurden/ und ich schließe hier öffentlicheWerke auS/ auf welchen die Kaiser ihre eigene Ge-schichte vorstellen ließen. Ohnerachtet der gemelde-ten dichterischen und malerischen Eigenschaft derBegebenheiten des Alexanders, und bei der Wahr-scheinlichkeit, daß viele derselben ein Vorwurf derKünstler auch nach dieses Königs Zeiten werden ge-wesen sein, findet sich dennoch nur allein dessen Mi-
in Ansehung auf die Arbeit, die allerdings gut, jedochlange nicht so vortreslich ist, als von einem Vildniß Ale-xanders, zu dessen Zeit verfertigt, dürfte erwartet wer«den. Am angemessensten fcheint es uns, die Hermefür eine später gearbeitete Covie eines noch weit besser»Originals zu betrachten; indessen kan sie aus jeden Fallzur Berichtigung des Vergebens von St. Croir I'.iaiu,>1 p, 5»K.) dienen, wen er behauptet,
das, kein wahrhaftes Bildniß Alexanders vorhandenfei. ?Z!eyer.