§. ?. Von Werken des LysippuS ist vielleichtnichts erhalten, schwerlich auch künftig etwas zn hof-ft»/ da dieselben von Erzt gewesen sind; den daßer der Meister sei von vier schönen Pferden von Erzt/die über dem Eingänge der St. MarcuSkirche zuVenedig stehen, ist nicht zu beweisen. Unbeschreiblichist der Verlust der Werke dieses Künstlers, auch iuBetrachtung der Menge: den weil es auch unglaub-lich schiene, daß eines einzigen Künstlers Hände sechs-hundert und zehen Figuren von Erzt hervorbringenkönnen/ wie man zu PliniuS Zeiten vorgab,')
xus, und aus dcr Bemerkung des Plinius (I.Z4 . c. 3. sect. 19. n. 6.), daß sich Lusippus durchdie Antwort des Euvompus in seiner Kunst leitcnlassen, ist zu schließen, daß er in seinen Werken weni-ger das höchste Ideal dcr Kunst, als vielmehr dieveredelte Wirklichkeit dcr Natur gesucht habe.Euvompus zeigte ihm auf dic Frage: „ welchem Vor-, ganger er folge: " eine Menge Mensche» und sagte:„man mnße die Natur selbst nachahmen und nicht„ den Künstler. " Von dcr geniein en Wirklichkeithielt er stch fern: „ indem er die Menschen darstellte,„ nicht wie sie sind, sondern >vie sie ihm zu sein schic-» nen." (plin. I. c,) Er machte die Körper schlanker,i>ie Köpfe, an welchen er den Haaren eine besondereSorgfalt widmete,kleiner als feine Vorgänger (>>Un. l, c.)und gab durch dic bis in's Kleinste gehcndc forgfältigeAusarbeitung allen seinen Werken eine Zierlichkeit, wo-durch sie sich vor den Arbeiten der frühern Künstler aus-zeichneten. (pruprikL Iiuju? vi(I«?nlur ojerum,rustodils: in nilnimiii rclius.) Meper.
1) plin. I. Z4. c. sccl. >7.
Nach den besten Handschristen des Plinius hat L»-fivpus t50v Werke verfertigt, den cr war untcr alle»Künstlern der fruchtbarste (?>>n. I. Z4, c. S. 8«ct. >g. ».6) u»d erreichte das Greifenalrer. (krmickii ^n->lcct.t. Z. p, 45. ». Z5. V. I. Vellcj. katcrc. t. I. c. I>.I^ului^eu. riot> x. 6aä.)