Druckschrift 
6 (1825)
Entstehung
Seite
12
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Geschichte der Kunst.

Natur als ein Lehrgebäude/ und eine strenge Folgenach demselben/ und dieses war zum Theil mit dieUrsache von einiger Härte/ welche in den mehrestenWerken der Kunst vor dem Lysippus gebliebenwar. Dieser Künstler suchete die Natur selbst nach-zuahmen/ und folgere seinen Vorgängern nur in soweit sie dieselbe erreichet/ oder sich weislich überdieselbe erhoben hatten. Lnsippus hat den Nnhm/dieselbe mehr als seine Vorgänger nachgeahmet zuhaben, l) Er verfuhr/ so wie zu unseren Zeiten in derPhilosophie und Medicin geschehen ist; er fing da l>N/wo die Kunst angefangen hatte. In der Philosophiegehet man izo auf Erfahrungen und man schließetnicht weiter als das Auge siehet und der Zirkel rei-chet; da fingen die ersten Menschen an.

§. 8. Hieraus ist zu schließen/ daß/ da in derKunst vieles idea lisch geworden war/ das ist: dadie vorigen großen Meister das Schönste und dasHöchste zu erschaffen sucheteii/ und sich davon ei»Bild gemachet hatten/ welches über die Natur erha-ben war/ wird es geschehen sein/ daß sich dieses Bildvon der Natur entfernet hatte/ die alfo in ihren Thei-len nicht mehr völlig kentlich war. Zu der Beobach-tung und Nachahmung derselben führete Lysippusdie Kunst zurük, und dieses wird vornehmlich in Un-tersuchung dessen/ was wir Anatomie nennen / be-standen sein.

1) PItN. I. c. Z. sect. 19. n. 6.

2) Quillt ilian (I. >2. c, 10. n, g.) urtheilt über ihnalso:Mau versichert/ daß Lysippus und Praxitc«» les sich am besten der Natur genähert haben / den>, Demetrius (ein Zeitgenosse des Lpsipppus) wird>, als zu ängstlich genau in Darstellung der Natur get>>,» delt/ und strebte mehr nach Ähnlichkeit als nach Schöw>, heit. "

Aus der Unterredung des Lysippus mit Eupoiw