Briefe. 6zz
Walther in Dresden hat den Entschluß gefas-set, die Geschichte der Kunst/ so wie die Bogenim Deutschen abgedrukt seien > einen nach dem an-dern, in's Französische übersezen zu lassen/ wen erjemand tüchtig dazu findet/ um die Übersezung zu-gleich mit dem Originale an das Licht treten zulassen.
Von Ihrem Geschenke >) aus Neapel habe ich nochkeine Nachricht! wen es angekommen ist/ hoffe ich eSdurch einen jungen Reisenden zu haben. Dieses istein junger Freiherr von Dalberg/ Domherr zuMainz zc. (welcher Titel bei mir sonst von üblerBedeutung gewesen ist) liebenswürdig/ von gutemGeschmak, vieler Einsicht und Wissenschaft, welchernach seiner Rükkunft in Deutschland das Griechischestudiren will. Man muß so seltene Menschen, zu-mal aus katholischen Ländern in Deutschland/ seinenFreunden bekant machen. Er reiset mit vieler Wür-digkeit/ aber Frankreich will er nicht sehen.
Man hat zu Pompeji ein Musaico mit dem Na-men des Künstlers gefunden/ wovon ich ehestens um-ständliche Nachricht erwarte. Bei Mbano ist einprächtiges Gefäß von Alabaster, ein schöner Kopfdes HadrianS und andere Stüke auSgegraben. Undin diesem Augenblik gibt mir der Prinz Aktie ri/dem diese Sachen gehören, Nachricht/ daß sich ebendaselbst eine Statue gefunden. Wir finden hier mehrin einem Monat/ als bei Neapel in einem ganzenHahre.
Ich fange izo an/ meine Bücher zu vermehre»/
t) fCanevas.1
2) lDicser Baron vo» Dalberg ist d?r aufgeklärte, be-rühmte Bisckof Primas von Deutschland und Groß,Herzog von Frankfurts