Druckschrift 
10 (1825)
Entstehung
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632
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632 Freundschaftliche

An U st e r i.

lNaK Zürich.)

Rom / den 22 Mai 57SZ.

Äie Briefe nach der Schweiz durch meinen gewöhn-lichen Weg müßen sehr langsam gehen / weil ich se-he/ daß Sie von meinen Neuigkeiten gar nicht un-terrichtet sind. Ich habe Ihr lezteS Schreiben vom^ dieses vor ein paar Tagen erhalten. Ich wie-derhole also/ daß ich die Stelle eines Präsidentender römischen Altertümer/ nach dem Todedes Abate Venuti/ erhalten habe/ welche an 160Scudi trägt/ ohne die mindeste Arbeit. Ferner binich mit einer ausserordentlichen Pension von 60 Scudijährlich in die Vaticana gesezet/ unter dem Vor-wand/ die deutschen Ntanuscripta in Ordnung zudringen/ die Absicht aber ist/ mich hier zu binden/und daS erste vacante Scrittorato ist für mich/ mit Bei«behalt der Pension. Ich habe also izo schon 320 Scudi.Ferner errichtet man izo ein Hlnscumxrokaa-trum in der Vaticana/ welches diesen Sommerfertig wird/ und die Aufsicht desselben ist mir eben-falls zugedacht. Folglich kan und muß ich izo michder süßen Hofnung/ meinem Vaterlande nüzlich zusein/ begebe»/ und ich sage Herrn Professor Sul-zer verbindlichen und ewigen Dank für dessen freund-schaftliche Absichten. In Dresden ist es keine sehrangenehme Nachricht gewesen; allein ich bin nichtSchuld daran. Ich muß das Eisen schmieden/weil eS warm ist/ und nicht auf Eisen hoffe»/ob eS kommen will. Ich will nunmehro meine Ta-ge in Ruhe hier beschließen; aber wen ich Erlaub-niß erhalten kan / gedenke ich künftiges Jahr eineNeise nach Deutschland j» thun.