Druckschrift 
10 (1825)
Entstehung
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625
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Briefe.

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An Kaspar Fiießly.

Rom, den ? April t76Z.

Theurester Freund!

^ch habe einen Posttag angestanden, Ihnen zu ant-worten , um Ihnen mit Gewißheit sagen zu können,daß mir die durch den Tod des bekanten Abate Ve-nuti erledigte Stelle eineSO bera u sseherS allerAltertümer in und um Rom, oder eines A n-tiquarii der apostolischen Kam mer, vor vie-len andern, die sich ängstlich und kräftig darum be-warben, ertheilet worden. Folglich werde ich meineHütte in Nom aufschlagen, und wen mir kan eineStelle in der vaticanischen Bibliothek zu Theil wer-den, fo bin ich auf meine Lebenszeit versorget. Ge-ben Sie unserm theuren Usteri davon Nachricht,an welchen ich nicht Zeit zu schreiben habe, damitihm dieses die Maßregel sei in seiner Bewerbungum mich an Herrn Professor Sulz er. Ich entsagegerne allem Glanz in Deutschland, wo ich allent-halben nur das höchst Nothdürftige haben würde.Diese Stelle ist mit sehr weniger Arbeit verknüpft,ist ansehnlich und trägt monatlich i>Z Scudi.

Das Urtheil über Herrn Hedlinger habe ichkeineswegs von mir ablehnen wollen, wie Sie viel-leicht gedenken köiitcu; aber es würde erfordert, umein bestimteS Urtheil zu fällen, einige von feinenArbeiten vor Augen zu haben, und ich weiß nicht,bei wem ich etwas von ihm suchen soll. Ein allge-meines Lob eines so großen Künstlers saget nichts;ein jeder kan und wird es geben. Von Donnerweiß ich aus ÖserS Munde, was ick weiß: denich bin nicht in Wien gewesen. Oser ist ein Malivon dem größten Talente zur Kunst; aber er ist faul,und es ist kein öffentlich Werk von demselben vor-Winckelmail. lo. 27