Briefe.
ner von ihnen Gefchmak und Empfindung des' Schö-nen bat. Der erstere gab kaum ein Zeichen des Le-bens im Wagen von sich, wen ich ihm mit den aus-gesuchtesten ZlnSdriiken und mit den erhabensten Bil-dern von den Schönheiten der alten Werke redete.Nunmehro aber habe ich eiir Gelübde gemachet/ kei-nem Mcnschen in diesem Aalle zu dienen/ als dem/der mir gefällt und eS würdig ist.
Ich kenne Lipperten und dessen Abdrüke/ wel-che nicht in Schwefel/ sondern inGyps sind. ESfehlen demselben sehr beträchtliche Stüke des sto-schischen sowohl als an.derer Kabinete in Italien/und eine große Anzahl sind in Pasten von GlaSgegossen, welche über Abdrüke von Schwefel und nichtüber die Steine selbst geformet sind/ daher diesenothwendig etwas stumpf sein müßen. Ich befürch-te auch, daß unter der ungeheuern Menge von dreiTaufend sehr viel nnie Sachen sein werden; denChristian Dehn, "welcher der einzige in Rom istin dieser Arbeit von Abdrüken, wird nicht über 1200haben. Er verkaufet aber einen jeden Abdruk in ro-them Schwefel für einen Paolo, welches sehr hochtomt. Man hat ober das Auslesen, und ich habeselbst -Wo für emen jungen Livländer/ den Baronvon Berg/ machen lassen. Zur Keutniß des StylSund der Schönheit können die Abdrüke ungemein vielhelfen; aber Lippert wird arm sein an Abdrükenvon hetrurischen Steinen/ und ich zweifele/ ob ernberbauvt davon habe.
Den Gesandtschaftsrath vou Hagedorn, einenBruder des bekanten Dichters, kenne ich sehr genau,und vor dem Kriege war ich mit demselben in Brief-wechsel. Er hat eine große Kentniß iu der Male-rei, welche er sich zu Wien,, zu Düsseldorf, zu Mün-chen und Dresden erworben hat. ES mnsi aber fei-ne Keiitniß theils mangelhaft/ theils nicht völlig