Freundschaftliche
auf Herrn SulzerS Vorschlag erkalten haben. Ichwunschete meinem Vaterlande nüzlich zu sein/ wel-ches mit Lehren und Unterricht/ öffentlich und be-sonders/ ohne alle Absichten unermüdet geschehensollte. Aber ich sehe die Schwierigkeit/ mich vonder ersten Verpflichtung los zu mache»/ und dieWahrheit zu sagen/ es ziehet mich kein starker Mag-net nach Deutschland. Ich habe zu befürchten / einegeruge Figur zu machen; den wen ich von dem et-wanigen Gehalte 100 Neichsthaler für einen Bedien-ten abrechne/ und zu meiner Einrichtung eine be-trächtliche Summe auSsezen muß/ so werde ich schwer-lich reichen, das Nothwendige zu bestreiken. InRom hingegen/ wo ich keinen Bedienten und keineEinuchtung nöthig habe/ kan ich mit 20 Seudi mo-natlich/ welche mir mit der Zeit zufallen sollten/mehi ausrichten / als in Deutschland mit noch zwei-mal so viel. DaS Gerücht von dem Tode des Kö-nigs in Polen muß falsch sein / weil eS hier nichtbekant ist; man weiß hingegen/ daß er von seinerlezten Krankheit genesen ist. Dieser bevorstehendeTod mnget mir den Verlust von 100 NeichSthalerniährlic»/ und machet in der Hauptsache keine Ände-rung i, der Absicht nach Dresden zu gehen; den ichhänge ton dem Kurprinzen ab/ und die mir zuge-dachte Stelle ist über dessen eigenes Kabinet. Mankönte mir aber zugleich die Aufsicht über die alte»Statuen geben, und alSdan stünde ich sehr gut.
Ich schob meine Neise nach Neapel auf/ weil ichvon zween englischen Herren/ dem Duke of Gor-don nebst dessen Bruder Lord Gordon und Mv-lord Hove ersuchet wurde, jeden insbesondere inRom zu führen. Sie theileten sich in die Tage derWoche, und ich nahm es über mich/ mehr dem Car-dinal zu Gefallen/ als aus Neigung. Ich kündigteihnen aber den Handel nach Tagen auf, da kei-