Druckschrift 
10 (1825)
Entstehung
Seite
608
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6v8 Freundschaftliche

Wen ich auch nicht gemeldet hätte, wie ichgleichwohl werde gethan haben/ daß Sie unter den-jenigen sind/ an die ich Sendschreiben richte/so verstehet sich dieses von selbst.

Auf Ihr Schreiben/ mein Freund/ habe ich vielzu antworten: der erste Punkt ist der Vorschlag nachBerlin. Ich bin den Sachsen und dem Hose eben sowenig als den Preußen verbunden; den das Wenige/was ich hier genossen kabe/ nämlich seit vier Jahrenjährlich 100 Reichsthaler/ sind eine Beisteuer deSBeichtvaters. Ich hasse und liebe mit gleicher Hef-tigkeit/ und ich habe mich auch gegen den gntenWillen deS HoseS erkentlich bezeigen wollen. Daßich gegen jenes Land keinen Haß hege/ beweiset einAufenthalt von 6 Wochen zu Potsdam/ ein Jahrvor meiner Reise nach Italien: und warum? meinendamals besten Freund in der Welt zu bewege»/ sichwegen meiner Reise/ welche nur auf zwei Jahre be-stimmet war/ zufrieden zu geben/ oder mir zu fol-gen, wozu ich damals die Mittel zu sinden glaubte.Dieser Freund/ auf den ich Gesundheit, Leib undLeben verschwendet, war undankbar nnd ist es geblie-ben ; aber nicht vergessen/ und ich hätte ihn,/ mitAusschluß aller Absichten/ meine Geschichte der, Kunst zugeschrieben, lieber/ als einem Könige/ wener mir nur ein einzigesmal geschrieben hätte.

In Rom bin ich vor izo gut/ aber nicht aufmeine alten Tage. Die Stelle bei dem Kurvrinzen/welche ehemals Algarotti/ und nach ibm ein.Hofrath Richter/ welcher mit dem Prinzen gerei-set ist/ gehabt hat, soll allererst drei oder vier Jahrenach dem Frieden besezet werden/ wie mir hier inRom derjenige/ dem daran gelegen ist, daß ich nicht

t) lLamvrecht.Z