Briefe.
606
An Franke.
lNach Nöthciiiz.Z
Rom/ den 15 Jiin. 1763.
Ah habe einige Wochen hindurch einen englischenLord, Baltimore/ in Rom geführet/ welches derausserordentlichste Engeländer ist/ den ich unter sovielen bisher kennen lernen. Er ist müde von allem/was in der Welt ist/ und es hat ihm nichts als diePetcrskirckeund der vaticanische Apollo gefal-len. Er will aus bloßer Desperation nach Constantinopelgehen. ES wurde mir derselbe dermaßen unerträg-lich/ daß ich ihm meine Meinung sagte/ und nichtwieder zu ihm gehe. Er hat 30/»ac> Pfund Ster-ling jährliches Einkomme»/ die er nicht zu genieße»weiß. Im vorigen Jahre war der Herzog von Rox-burgh hier/ von gleichem Schlage.
Ich wünschete vor meinem Ende Sachse»/ unserVaterland/ wieder zu sehen; aber ich sehe wenigAnschein dazu. Der Kurprinz hat mir des HofrathNichters Stelle^) ungesucht gegeben/ welche abernicht eher/ als nach einigen Jahren/ nach dem nochweitaussebenden Frieden/ besezt werden kan. Unter-dessen muß ich mir hier ein nothdiirstig Brod aufLebenszeit suche»/ welches ich auch in der Vaticanazu finden hoffe/ wen eine Stelle erlediget wird.
Unter andern Bücher»/ welche ich neulich ausder Schweiz für meine eigene kleine Samlung erhal-ten habe/ ist: Online clcs I^vix, lies ^,1'ts et clesLciences Paris >760, iu 3. vc>1. 6, eiNeS der
Nämlich die Aussicht übt'r das königliche Miinzkübinet in
Dresdt», Dak'dvef,
2) lVon Goglict.Z