66 Freundschaftliche
Ich war schon Willens'/ die ganze Negotiationabzubrechen/ allein das genereuse Anerbieten hieltmich zurük.
Der Nuntius gab beständig vor/ wen ich aufdas Salair kam/ daß er die Briefe nicht findenkönte/ worin sich der Cardinal darüber erkläret; erversicherte mich aber/ ich sollte honet placiret wer-den. Das that der Herr Pater Rauch auch; aberdieser wußte nicht, was der Cardinal geschrieben.
Nunmehro bin ich dreiste geworden/ mich »in dieReisekosten zu erkundigen. Der Pater versichert mich,daß ich reichlich und gemächlich soll versorget werden,und zwar dergestalt/ daß ich in Sicherheit solle gesezlwerden/ wen mir auf der Reise etwas anstoßen sollte.Ich verlangte/ ausser den baaren Reisekosten/ Briefean Wechsler/ im Fall man krank wurde. Er gababer zur Antwert: „ eS sei besser/ daß man es bm„ im Sak habe." Unter Ducaten nehme ichnicht an.
Ich will mich gerne / sollte eS auch Wochen midlanger währen/ in Potsdam aufhalten/ wen ihr nurvor AuSgang des MonatS Mai in Dahlen anlanget.Lch würde vergehen, wen ich reisen müßte/ ohne dichzn sehen. Wären eS nur nicht 36 Meilen bis Ei-senach; es ist gar zu weit/ und ich kan nicht kom-men/ wie ich in Potsdam erscheinen kan. O Gott!mache mich so selig! Alle meine Seligkeit hanget ander lezten Unterredung mit dir. Die lezte aber solleS/ so Gott will/ nicht sein! ES ist mir lieb/ daßich von einem Zuschuß in Rom leben muß. Deiidieses kan mir Gelegenheit geben/ allezeit wiederherauszugehen. Der Nuntius betheuerte/ daß ich vor3 Paoli den Tag reichlich leben könne in Rom/ daswerden ohngefähr Groschen sein. Ich glaube es,und nunmehro wollte ich endlich wohl auskommen.
Ich bin aber auch versichert/ daß/ wen der Herr