Druckschrift 
10 (1825)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

Briefe. n

Ich habe nunmehro meine Neise denen in Sten«iml und Seehauseii bekaiit gemachet/ und habe andeinen Bruder besonders geschrieben. Ich gebe vor/ich reise auf königliche Kosten/ und meine Jnstructionginge dahin/ mich wenigstens ein ganzes Jahr inRom aufzuhalten. Vielleicht bleibt ihnen meineVeränderung geheim. Und dieses mußt du auch inEisenach vorgeben/ damit mich Mr. Werkenthienetwa nicht verrathen kau. Gott vergelte dir's; duHost mir aus einer großen Noth geholfen. Wie ruhigwerde ich nunmehro/ was noch übrig ist/ vollziehen.

Alle Augenblike stehe ich auf/ und lese deinenBrief und küsse ihn.

Den Sonabend war eine Person aus Eisenachhier/ der ich die Bibliothek zeigete. Ich weiß nicht/wer er ist: er hieß/ däucht mich/ Schreber; derHerr von Fritsch hat mit ihm zu thun.

Lebe wohl/ mein theurer Bruder! Ich küsse dich/und ersterbe :e.

Nachschr. Mir ist eingefallen / daß der Herr PaterRanch dem König auf die Messe und nach Hubertsburgfolgen muß, und also/ wen ich Zeit genug gewänne/dich zu sehen in Dahlen/ bei meiner Profession nichtkönte gegenwärtig sein. Ich habe ihn überraschet/und ich befürchte/ daß er stch bestnnen wird/ undmir die Profession/ ehe ich sie durch eine Reife evi-tiren kaii/ antragen möchte. Ich soll ihn morgenals den 23 (ich habe den Briefs Tage später )atirt/ alsich ihn geschrieben) sprechen/ er will stch erkundigenlasse»/ waii Belli >) zu reisen gedenket. Wen ihmeinfällt/ daß er nicht hier fein wird/ so bin ich ge-zwungen/ alles einzugehen/ ehe ich eS convenablefür mich finde. Die wenigen Stunden find sehrdecisiv für mich/ und ich kau keinen schriftlichen

I) lEin Vceschnittmcr Sänger.)