Druckschrift 
10 (1825)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

L« Freundschaftliche

ster Freund! Gott friste dem Herr» Leben und Tage!ich will ihm dienen mit Leib und Leben. Gott/der mich prüfet und erforschet, weiß/ daß ich schreibe,wie ich gedenke. Nur muß ich alsdan niemand Un-terthan sein, wie ich bisher gewesen.

Bisher aber habe ich den Pelz noch nicht gewen-det. Allein es ist couclnio »ine nc>n. SeineExcellence der Herr Nuntius haben mir zu verstehengegeben, daß es Seine Eminenee nicht allein ver-langten, (vermuthlich aus Mißtrauen wegen der Rei-segelder, dazu er sich doch nicht hat verstehen wollen,wie man mir weiß machen wollen; den der HmNuntius' sagt ausdrüklich, daß er und der Herr Pa-ter Rauch dafür stünden, und es mir gäben;) son-dern daß es mir auch niizlich sein würde, (Gottweiß, wie wenig mich der Nuzen rühret!) wen ichin seine Hände Profeß thäte; wen etwan SeineEminenee und Seine Heiligkeit (lache nur nicht!)mit Tode abgingen, so würde darauf bei der Ver-änderung im römischen Stuhl sehr gesehen, und csWürde mein Glük darauf beruhen.

Ich glaube, er will die Ehre haben, einen Pro-selyten zu machen! Weil ich mich nicht irre, den-ket er so vernünftig, wie ich. Er hat eine schöneMaitresse, die ich kenne.

Morgen gehe ich nach Dresden, und werde mei-nen lezten Entschluß eröfnen.

Ich glaube, daß ich um die Mitte des MonaUMärz von hier werde abgehen können. Ich werdenicht wieder schreiben; ich komme unverhoft. DieZeit in Eisenach, die nur sehr kurz werden wird,wird mir die vergnügteste in meinem Leben sein.Ich werde dich gar nicht aus den Händen lassen.

ttbergieb den Aufsaz von der Galerie, wen esdir gefällt; ich habe nicht die Zeit, den zweiten Ab-schnitt hinzuzuthun.