Briefe.
mein Freund/ der beste Freund auf Erden: dasmrst du bleiben/ wie ich. Das vergelte dir Gott.Du hast mir viel Liebe erzeiget/ ich habe nicht ohneRiibrung daran gedenken können. Auf Widerver«gcltung kan ich nicht gedenken. Mein Herz wirdmich an dem entlegensten Orte meiner Verpflichtungcnnnern. — Vielleicht kan ich noch einmal vormeiner Abreise schreiben. Ich erwarte ein paar Zei-len von dir und ersterbe -e.
An B e r e n d S.
sNach Eisenach.ZNötheniz u. Dresden, den 2l Febr. i?5Z.
Einziger und theuerster Freund!
Niemals in meinem Leben ist mir ein vergnügterSchreiben als das heutige von dir eingelaufen. Ichbin ganz ausser mir. Mein Herr wird mir durchseine Erklärung größer/ als er mir gewesen; unddie liebe erleuchtete Grävin— Gott gebe ihr vielSegen und Leben! Das hätte ich nicht gedacht,daß man so frei und so vernünftig denken würde.Denke du an mich/ ich halte mein Wort: einen sognädigen Herrn lasse ich nicht. Stand und Ehreist nichts' bei mir: Ruhe und.Freiheit sind die größtenEuter. So weit bin ich weise geworden, daß ichsie zu schäzen weiß. Der gnädige Herr! ich wollteseine Fußstapsen küssen. Preise Gott mit mir/ lieb-
t) lES scheint/ das, der Gr>N' sich erklärt habe, Winckel-maü in seinem zu »erhoffenden Gliike keineswegs zu hin-dern, so gern er ihn auch bei sich behielte.)