Briefe.
thun sollte/ tritt derselben bei. Sie ist bei mir derMeinung/ man könne aus Liebe zu den Wissenschaf-ten über etliche theatralische Gaukeleien hinsehen;der wahre Gottesdienst sei allenthalben nur bei we-nigen AuSerwählten in allen Kirchen zu suchen.
Ich will hier die Stimme der Vernunft unterbre-chen; ich will hernach sagen/ was ich selbst gedenke.
Du wirst mich/ glaube ich/ wohl verstehen: ichhabe nicht das Herz/ deutlicher zu rede»/ ohne deinenUnwillen zu erregen.
Hast du das Herz/ es seiner Excellenz vorzutra-gen/ so muß eS alles' geradezu geschehen.
Ich wünschte dir die Minerva in der GestaltdeS MentorS/ zu der du wie Telemach beim Ho-mer sagen töntest: „Mentor! wie bringe ich eS„an? wie rede ich ihn an?"
Sage ihm/ was ich dir geschrieben habe. DieWahrheit soll leben/ wie er sie auch anhören möchte.
Ich glaube/ daß ich weder Gott noch Menschenbetrügen zu wollen scheinen könte/ ich mag mich ge-gen die coiicli«,ionem sine <jua non verhalten wie ichIvill.
Ich handle mit dem Pater Nauch als mit einemehrlichen Man/ der mein Bestes zu suchen vorgibt: -„ich würde tüchtiger/ der Welt zu dienen/ folglich„vollkommener; als ein Christ ein v ollkomm e-„ner Christ."
Wohlthaten müßen wahrhaft reelle Endzweke zumGrunde haben: ich glaube/ daß ich berechtiget bin/dieses Vorhaben mit mir nach meinen Begriffen undGewissen zu deuten/ und so bei mir und nichts andereslmzunebmen. An Pflichten/ die weiter als die Ver-nunft gehen/ halte ich nicht gebunden zu sein.
Also glaube ich nicht/ den Pater durch meine re-ttrvsüoues Ilieinalcs zu betrügen; ich kan dieselben