<zi8 Geschnittene Steme.
daß es ein Messer sei, um damit das Spferthier zu töden;eben so wie man in einer Procession aus dem Palaste vonPersepolis eiues wahrnimt, zugleich mit dem Menschen, dereinen Ochsen zum Opser führt; aber unsere Lanze ist im Gan-ze» sehr verschiede» von jenem Messer, und überdies findetsich noch an ihr ei» kleines Querstük nahe bei der Spize. —Herodot und Strabo behaupten, daß die Perser wederTempel »och Altare hatten; aber dies Monument beweisetdas Gegentheil, l) Die Figur des Priesters bietet noch Ge>legenheit zu einer andern Bemerkung dar, betreffend die Sculp-tur der alte» Perser. Ich vermuthe, daß ihre Künstler, diesich besser auf die Zeichnung der Kopse verstanden^ als dieÄgypter, hinter diesen wieder zurükblieben in allem, wasdie Verhältnisse des Körpers angehr. Man sieht auf allenihren Werken nichts, als Figuren, die beinahe immer auf die-selbe Weise bekleidet sind, wie auf unsern, Stein, ohne alleAbwechslung und immer niit dcnfelbe» geraden und steifenFalten in den Gewändern. Daraus kan man schließen, daßdiese Tracht und Art, sich zu kleiden, Ursache daran war, wa>i'uni die Kunst so wenig Fortschritte bei ihnen machte. Für'serste erscheine» die Perser nie nakt 2) und die Naktheit warbei ihren Gebräuchen von sehr übler Bedeutung. Z) Es fehl-te also ihren Künstlern die Gelegenheit, das Nakte zu studi-ren, welches doch das Schönste und Schwerste in der Kunstist; da sie nun also nichts, als nur immer drapirte Figurenmachten, so mußten diese alle sehr wider die Proportion ver-stoße». Dazu köiiit noch, daß die persische» Gewänder vonTuch gemacht wäre», welches ma» in Stüke schnitt und näh-te, wodurch alle ihre Kleidungen einförmig wurden und dasNakte nicht durchscheinen ließe» ; die Grieche» hingegen war-fen nur ein einfaches Tuch über ihr Kleid, das jeder »achseiner Phantasie um sich herumschlug; dieses Tuch war einerviel größer» Veränderung in der Behandlung und im Falten-wurf empfänglich, fo daß sogar das Nakte durch dasselbe hin-durch konte bemerklich gemacht werden. Da nu» die vor-nehmste Beschäftigung der persischen Bildhauer und Stein-
z) reliZ. ?crs. c. 3. x. 63.
2) I. X^nopli. ^.655.
Z) o»?Irc>cri!. I. >. c. 115.