266 Versuch
in Absicht theils auf die Baumblüthe/ welche meh-rentbeils weiß ist, theils auf die Rose»/ als diehäustgste Blume dieser Jahrszeit; das Untergewandkönte auch grün sein/ die erneuerte liebliche Beklei-dung der Erde im Frühlinge anzuzeigen. Dem Som-mer kan ein gelbes Unterkleid und ein himmelbliui-cr Mantel gegeben werden/ durch diese Farbe aufdie beständige Heiterkeit deS Himmels in dieser ZabrS-zeit, sonderlich in warmen Ländern/ zu deuten,wie durch das Gelbe auf die Farbe deS reifen Kornsund der Ärnte, so wie auch das Gewand einer Fi-gur mit einer Harke Ost-iu»,) unter den herculani-schen Gemälden ist/ welche man auf den Sommerdeutet, i) Der Herbst kan das Unterkleid von derFarbe der zu welken anfangenden Weinblätter (tz„x-und das Gewand blutroth haben/ in Den-tung auf die Weinkelter. Dem Winter aber ge-hören braune und traurige Farben. Das Gewanddes Hymen aus kan weiß mit Blumen gestikt sein,Und der HespernS kan dasselbe dunkel mit Stern-chen besäet haben. Was die Farbe des Schmuksund sonderlich das Diadema betrift/ so muß dasselbe,wen man eS dem Peleu S geben will/ roth sein, wiecS ist an den Figuren der Gottheiten beides Ge-schlechts / anf den in der vatikanischen Bibliothekaufbehaltenen eolorirten Copien der Gemälde/ dieehemals in den Bädern desTitu 6 waren/ und pnr-purroth ist die Hauptbinde der KritheiS beim Phi-lostratuS,2) ob er gleich dieselbe für ein Geschenkder N er eis oder der NaiS hält/ welche,- sollteman glauben/ himmelblaue Bänder schenken würde.Hn der Beschreibung der hereulanischen Gemälde isiin wenig Figuren die Farbe der Hauptbinde ange-
1) pitt. t. 3. tav. 5o. x. 262.
2) Icon. I. 2. x. 628. I. 6.