Neuntes Kapitel.
Von verlorenen Allegorien.
§. 339. Äie Anzeige der verlorenen Allegorienist dem Künstler nüzlich/ damit derselbe nicht verge-bens' suche / was' sich nicht findet/ so wie es einemjungen Maler in Rom widerfuhr; welcher in einerBibliothek des ApelleS Schriften von derSymmetrie verlängere/ weilLomazzo dieselbenanführet, als weil er sie gesehen habe. Von eini-gen solcher Allegorien bar sich die Bedeutung verlo-ren/ und es war dieselbe zum Theil den Alten selbstunbekant; von anderen aber findet sich nur Nachricht/daß sie ausgeführet gewesen/ und nicht wie. Dasich große Flüsse verloren/ wie der TimavuS/>) soist es' kein Wunder von Bildern.
K. Z -io. Von der ersten Art sind die Äthio-pier ans der Schale/ welche die Nemesis desPhidias in der Hand hielt/ über deren Bedeu-tung PansaniaS seine Unwissenheit bekennet.Vielleicht aber zielet dieses auf das Beiwort «^^/,nntadelhaft/ welches Ho in e rus' den Äthiopierngibt/2) und Phidias kaii hier die Lieblinge derNemesis haben verstehen wollen, die ihrer Vergel-tung und ihres WoblthunS würdig sind. 4)
>) Lonk, I» Orä» commcnt. in VIi-Z, l. V, 24g.
2) I., 1. sc, 33,^
3) 1^. I. v. 423. t)ons> Oio<I. 8!c. I. 3. 2 ^
4) lG. d. K. SB. 3K. 16 —
Sie hielt in der rechten Hand ein SalbenZefäß, als