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9 (1825)
Entstehung
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Achtes Kapitel.

Von erzwungenen und «»gegründeten Er-klärungen der Allegorien.

§. so^!. In allegorischen Wahrheiten gehet esvielmals wie mit Tauchern/ welche selten an demOrte aus dem Wasser wieder hervorkommen/ wo unserAuge sie erwartete/ und die alten Scribenten derspätern Zeit/ welchen die geheime Weisheit ihrer Vor-eltern dunkel war/ haben sich oft in diesem Falle be-funden/ sonderlich damals' als die Kirchenväter dieSchrift selbst allegorisch machen wollten/ und allego-rische Auslegungen überhaupt Mode waren/ sucketeman dieselben anzubringen/ wo sie keinen Grund hat- 'ten; es fallen dieselben zuweilen in das Lächerliche,wie die Etymologien aus dieser Zeit. Da nun dieScribenten/ von welchen ich rede/ sehr weit geholteAuslegungen vorbringe»/ so muß es uns an einigenunserer Zeiten weniger befremde»/ wo sie sich nichthätten entsehen solle»/ sich unwissend zu bekenne»/wie Montfaueon thut bei den zween Flügeln aneinem musikalischen Triangel auf einer erhobenen Ar-beit im Palaste Giustiniani/^) welcher vielleichtgeflügelt ist/ wie Homerus die Worte geflügeltnennet;^) oder man könte dieses durch c^mlzalum

1) expl. t. 2. p, 66.

2) I/,. -V. I. V. 201. IV III. v. >.

Um de» holicn Aufschwung der Poesie allcgorisch an-zudeuten, haben neuere Kiinsiler Leyern mit Flügeln ge-malt. Meyer.