Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
56
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S6

Versuch

Bibliothek ist damals völlig, vom Grunde an, aus-gemalet worden, aber so, als wen man die Maleraus den äussersten nordischen Gränzen kommen las-sen , die nie etwas Schönes von alter und neuerKnnst gesehen, noch sonst den geringsten Begrif vonalten Bildungen, Gebräuchen oder Trachten gehabt;und da man Bilder gesuchet, die auf den Ort zie-len können, so bat man zum Glüke die vom Au-gustuS in dem Tempel des Apollo ans dem Pa-latins errichtete Bibliothek angebracht; aber desAug ustus Bildung ist so angegeben, als wen manden Ninus oder denSesostriS malen wollte, vonwelchen wir keine Bildnisse haben, und in Rom sindmehr als hundert alte Köpfe des Augustus. Ne-ben dieser Bibliothek hätte man die ulpische vor-stellen sollen, welche Trajanus in seinem Foroangeleget, welches Gemälde durch dieses Kaisers be-kanteö Bildniß, und durch dessen übrig gebliebeneSäule mitten im Foro, sehr kentlich gewesen wä-re. Zunächst hätte angedeutet werden können, wieDomitianuS diesen Biicherschaz von da wegge-nommen und in seine Bader versezet, wo ebenfallsdas Bildniß dieses Kaisers und die noch stehende»Bäder die Sache allen Verständigen vor Augen ge-leget hätten. Die vom PtolemäuS zu Alexan-drien in dem Mnseo gestiftete Bibliothek schei-net eine Gesellschaft von Rabbinern aus Krakauoder aus Prag, und der König sieht einem vonden Weisen aus Morgenlande in Albrecht Dü-rers Holzschnitte in allem ähnlich. Ja selbst zumeiner Zeit, da an der Fontana Trevi in einemvon den zwei großen erhobenen Werken sollte vorge-stellet werden, daßMarcuS Agrippa dieses Was-ser nach Rom gebracht, hat man nach Bedünkeneinen MarcuS Agrippa gemachet, ohne sich zubekümmern, wie derselbe ausgesehen, oder zu wissen/