einer Allegorie.
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sehen ist.Einige Künstler haben Bilder aus demAltertume angebracht/ aber ungereimt / wie das Bildder Theologie ist/ in Gestalt der Diana/ mitder Überschrift: an dem Grabmale Pabsts
SixtnSIV. von Erzt in der St. Pcterskirche zuRom/ wovon der Grund nicht anders als lächerlichsein kan.2)
§. 56. Da nun nicht leicht ein Ort in der Weltmehr als Rom Materie zu eigeiitiimlichcn Allegoriengeben kall/ die in und an öffentlichen Gebäude» an-zubringen sind/ so muß man sich über die Finster-niß in der Kunst überhaupt/ und auch in diesemTheile derselben zu den Zeiten des großen SixtnsV. wundern/ wo man so schlechte Anwendung undAusführung allegorischer und sonderlich solcher Bil-der gemachet hat/ die von Rom selbst genommenwerden. Der erste große Saal der vaticanischen
1) ^Denkmale? Num. 155—156.Ü
2) Dieses Grabmal hat Antonio Pollajuolo, ei»treflicher Bildgießer/ Goldschmied, Medailleur und Ma>ler von Florenz , gegen Ausgang des fünfzehnten Jahrhun-derts verfertigt. Er und andere seiner Zeitgenossen pfleg-ten zuweilen antike Figuren nachzuahmen ; und ihre Nach-ahmungen/ sie mochten die Natur oder ein Knnstwerkzum Vorbilde haben/ waren immer treu und fleissig, wie-wohl nach dem damals hcrschcnden Eeschmak etwas ha-ger. Um die ursprüngliche Bedeutung eines nachgeahm-ten antiken Werks mag Pollajuolo sich wenig be-kümmert haben; vielleicht ginge» ihm auch die dazu er-soderlichen Kentnisse ab. Zuverläkig glaubte er alleretwaigen Undeutlichkeit durch die Überschrift völlig ab.geholfen zu haben. Wir wollen jedoch hiedurch die vonWinckelman getadelte Figur nicht in Schu; nehmen!allein es trift sich oft, daß man in den Produeten desnoch nicht ausgebildeten Kunsigefchmaks im suufzehnte»Jahrhundert neben der rührendsten Einfalt auch Geschmak-lostgkeit, und mit dem wahrsten naivsten Ausdruk auchBedeutungslosigkeit oder gar salfche Bedeutung findet.M e » e r.