Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
54
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Versuch

diesem/ nrcht aus jenem die Anwendung gezogenwird: so ist der Kunst kein großer Vortheil aus sol-chen allgemeinen Betrachtungen erwachsen.

Z. Aus einer Arbeit/ wie des Riva seineist/ die einen so allgemeinen Ruf erlanget hat/ undgleichsam der Künstler Bibel geworden ist/ kan derSchluß aus den Genius und den Geschmak derselbenZeit gemachet werden/ und man kan glauben/ daßauch die damaligen Künstler nicht besser gedacht ha-ben / und hier bat sich zum Nachtheil der Kunst gc-zeiget/ daß die Menschen insgemein ihrem eigenenDünkel mit Hintanseznng fremder Einsicht folgenwollen. Zn RaphaelS Zeit und in dem goldenenAlter der Kunst wurden die Bilder in Verzierungenaus alten Denkmalen genommen/ wie theils die Fi-guren in Gyvs in den offenen Gängen des vatiea-nischen PalasteS/ theils die Gemälde der Zieratenan eben dem Orte beweisen, l) Nach dieser Zeitzeichnete und bildete man vielmals^ ohne auf dieAlten zu denken und zu sehe»/ und sogar bekanteBilder aus der Fabel wurden nicht wie sie erdich-tet sind/ vorgestellet/ weil das Alte verlegen undverächtlich schien. Lansranc fand es besser/ denUlysses auf allen Vieren kriechend/ und mit einemSchöpSfelle behängt/ aus der Höhle des Polyphe-mns entkommen zu lassen / welches Gemälde in demPalaste Borghese ist/2) als nach dem Bilde desHo meruS/ wie er sich unter dem Bauche eines gro-ßen Widders anhängete / und also in Marmor inder Villa Pansili und in der Villa Alb ani z»

1) cG. d. Ä. 7B. ZK. ä§. Note.z

2) In dem erwähnte» Gemälde ist keineswegs Ulyssesdargestellt/ der aus der Höhle Polyvhems enlstiehe»will/ sondern »ach ülrivsto das Menreuer Noran»dins und der Lucina. Meyer.