Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

52

Versuch

sein Gebäude auf. Die Belesenheit in seiner Jko-nologieist mehrentheils aus zenem eittlehnet; dasÜbrige ist theils aus Büchern/ die von Sinbildernhandeln/ als AleiatuS/ Typ oti u S u. s. f. ge-nommen ; ein großer Theil aber ist auf seinem eigenenGrunde, oder vielmehr in seinem Gehirne erwachsen.Seine Bilder sind dergestalt erdacht und entworfen/als wen keine alten Denkmale in der Welt wären;und man sollte glauben/ er habe weder von Sta-tuen/ noch erhobenen Werken/ noch von Münzen undgeschnittenen Steinen Nachricht gehabt. Seine Bil-der sind höchstens bei Illuminationen/ und wenigein Gemälden anzubringen. Man könte viele Ein-fälle desselben nicht lächerlicher erdenken/ und ichglaube, wen ihm E. das wälfche Sprichwort:ineinSieb pissen, das ist: vergebliche Din-ge thun/ eingefallen wäre/ er wurde auch diesesfigürlich gemachet haben.

K. 62. Boudard ist ein Franzos nnd Bildhauerdes Znfanten und Herzogs zu Parma/ und dessentzkonologie verdienet kein geneigter Urtheil; den eSist dieselbe von eben dem Schlage. Dieses Werk istim Jahre 175S in drei Bänden in groß Quart/französisch und italiänisch zugleich abgefasset/ an dasLicht getreten/ und enthält wenig selbst erfundeneBilder; die, mehresten sind aus dem Ripa genom-men/ und in lang gespaltene Figuren nach neuerTracht/ und in dem Modestyl gezeichnet/ eingeklei-det. Wenige seiner Bilder/ die aus dem Altertu-me genommen sind, hätten durch eine Erklärungbrauchbarer gemachet werden können/ wie der glük«liche Ausgang (iZmms Rveatus) ist/i) welcher inder Figur eines jungen Menschen mit Mohnhäup-tern und Kornähren in der einen Hand/ und mit

,) r. i, 19I,