Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
46
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Versuch

aber von neuere» Bildern geredet wird/ so gilt/was ich sage. Concrete Bilder sind vornehmlich auföffentlichen römischen Werken und Münzen angebracht/und leichter als jene zu verstehen und zu erfinden.Eine solche Allegorie ist in der Villa Albani eineAnrede (ullocutio) Kaisers' Lucius VeruS/ wel-cher auf einem Suggesto sizet/ und von der Dianaund von dem Frieden begleitet ist. >) Es hataber die Anwendung und der Gebrauch dieser Bil-der seine Einschränkung/ und wen in einer griechi-schen und römischen Begebenheit wahre Figuren mitallegorischen Gottheiten können begleitet sein/ kaüdieses in neuern Geschichten in wenigen Fällen ge-schehen/ und Rubens ist billig getadelt worden/daß er den Merenrius mit dem Cadneeo in derHand den Cardinälen von der Königin Maria vonMedieis eine Botschaft bringen lässet.^) Diese

1) Dahin wären, mich dcs Autors Eiutheilung also auch zurechne» Traia », dem eine Victoria de» Kranz aufsezt,und sich dazu auf die Zehen hebt, je»t am TriumphbogenConstantins; N!. Aurelius, bei welchen« die Sie-gesgöttin auf dem Wagen steht, ihm einen Kranz überdas Haupt haltend; und R o m a/ eben diesem Kaiser dieKugel als Sinl'ild der Weltherfchast reichend, auf zweiBasreliefs, welche von einem in ueuern Zeiten abgetra-gene» Triumphbogen herrühren, und nun auf der Trepedes Palasts der Conservatoren auf dem Campidoglio ste-he». Me»er.

2) Der Tadel gegen Rubens mochte wohl voreilig und uit-gegründet fei». Es ist nämlich die Rede von dem Bildeder Tafel 20 der luremburger Galerie, wo Mer-cur der aus dem Throne sizenden Königin den Ölzweig,als Sinbild des Friedens, hinreicht. Der Lardinal dela Nochefoucault, zur Rechten, scheint sie zur An-nahme desselben zu ermuntern; der Cardinal de la Ba-tet te hingegen, zur Linken, will sie daran hinder».Nach Begriffe» der galanten und feinen Welt war es