Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
44
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Versuch

gen lässet: «daß er mit schönen Weibern ein Ge- werbe und Handel getrieben habe. " An derschönsten alten Badewanne in der Welt/ von einemschwarzgrünlichen und schneeweiß gemischten ägypti-schen Granite, in der Villa Albani/ halten zwoLöwenköpfe Ringe/ und innerhalb derselben hängetein Epbeublatt; es glaubete daher jemand, es seidieses Werk dem Bakchus gewidmet gewesen / mitwelchem gleichwohl solche Wannen nichts zu schaf-fen haben.

Z.äl. Man seze also nicht vorauS/ daß der al-ten Künstler Absicht in jedem Bilde auf Lehreund Unterricht gegangen; man würde sonst ausder Menge auf dem Kasten des CypseluS zu Elisein ganzes Systema der Moral zu ziehen haben.Eben so wenig als ich glaube/ daß Annibal C a-racci an die Allegorien gedacht habe/ die Bel-tori in seine» Gemälden der Galerie im PalasteFarnese finden will. 2) Man machet eS wie derHerausgeber des in gothischen Buchstaben gedrilltenRomans der Rose lehret; er saget: es könne die-ser Rom an moralis ch und m ystis ch ausgeleget wer-den/ wen auch dieses nicht die Absicht des Ver-fassers gewesen sein sollte. ES wird z. E. in desProtogenes Gemälde/ welches der Saryr hieß/ein Rebhuhn auf einem Cippo^) keinen allego-rischen Gedanken enthalten haben. Ich merke hieran/ daß dieses Gemälde/ mit dem JalysuS voneben gedachtem Künstler insgemein als eins und eben-dasselbe angeführet wird/ wie die Verfasser der all-

1) k'.ilireui Inscr. c, 10. p> 504. Alontlauc, Oroec/I. 2. c. 7. p. 170, Isci-j?. onl. äct ^»ssivllvi,p. >43.

2) Vite ?!tt. z>. 42.

Z) l. 14. ^.2. Z. S, G. d. K. V. t K. 2S §-1