Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
40
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4o Versuch

diejenigen Gemüthsbewegungen/ die auf kein Zndi-viduuni insbesondere/ sondern auf viele ihre Absichthaben, schwerer zu bilden. Von dieser Art ist derHaß/ nach dem Aristoteles;^ der Zorn hin-gegen/ welcher auf eine bestimte Person gerichtetist, kan theils ohne symbolisches Zeichen in der han-delnden Figur selbst, theils ausser der Handlung/in einem eigenen Bilde/ deutlicher/ als der HaHausgedrükct werden. Die Verschiedenheit der Vor-stellung solcher Bilder liegt auch in ihrer Naturselbst; „ den da (wie der angeführte Seribenr saget,)„ der Zorn sich empfinden zu lassen suchet/ dem Has-„ se aber nichts daran liegt/ sich zu äussern:'' soist auch daher/ da dieser verdekt und jeinr offenbarist/ einer bildlicher als der andere zu machen.

Z.ZK, ES sind auch einige Tugenden in deutli-chere Bilder zu bringen/ als es mit deren Gegen-theile geschehen kan/ wie es die Gerechtigkeit imVerhältniß gegen die Ungerechtigkeit ist/ und hier kander Grund sein/ weil das Gute einfacher ist alSdaSBöse und sich beständig gleich ist/ da das Böse niemalsmit sich selbst einig sein kan, und folglich nicht so leichtals jenes in ein einziges Bild zu fassen, oder durcheinzelne Zeichen kan bedeutet werden. Sollte sich aberdas Gegentheil von dem / was ich sage / in Vorstel-lung anderer Laster zeigen/ indem die Unmäßig-keit und Schweigern leichter als die Mäßigkeit/und die Üpigkeit als die Enthaltsamkeit/ gebildetzu werden scheinen köiiten: so würde die Ursache seil?/weil gedachte Tugenden weniger sichtbar sind undsei» können/ als ihr Gegentheil. Den diese sindAusschweifungen/ die der Kunst/ wie es schreklicheThaten dem Dichter sind/ vortheilhaft sein könne«/und wie alles Übertriebene leichter anSzudnilen und

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