Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
38
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SS

Versuch

Diese Betrachtung allein hätte Zweifel erwekensollen wider die Richtigkeit einer silbernen MünzeKaisers Hadri anuS / auf welcher eine weiblichesizende Figur die Hand ausstrekct/ und in der lin-ken einen langen Zepter hält/ mit der Umschrift:-vva, l) Diese Inschrift ist vermuthlich durchVerfälschung und Änderung einiger Buchstaben aus^,v«, gemachet. Ein Theil der Pflichtender Gednld/ nach dem neuen Begrif dieser Tu-gend war unter der Mäßigkeit (-'»ix-«?--«,

begriffen/ und wurde in derselben gelehret.Die Cyniker:

waren die ersten und einzigen / die durch eine nieder-trächtige Geduld sich zu erbeben suchten.

§. 36. Von der christlichen Demuth hattedas Altertum noch weniger Begrif/ weil dieselbein der Selbstverläugnnng/ und also in einer ge-waltsamen und mit der menschlichen Natur streiten-den Fassung bestehet. ES sagen ihre großen Män-ner das Gute von sich mir eben der Zuversicht/ mitwelcher sie eS von anderen sagen, weil sie glaube-teii/ der Mensch miiße sich seines Werths bewußtsein / um sich vor der Niederträchtigkeit zu verwah-ren. Die Demuth der Alten ging nur bis zur B e-scheiden heit/ welche ohne Schminke sein sollte;da hingegen jene fast beständig von der Verstellungbegleitet/ und von dem Stolze selbst verlarvet wird.

K. 31. Unter den Tugenden/ welche die Altennicht bildlich gemachet haben, scheinet auch die Be-ständigkeit zu sei»/3) welche vornehmlich durch

1) Vaillant. num. Imp. aur. et »i'A. p. 415.

2) I. 1. epist. 17. v. 26.^

3) Nach Hirts Meinung <Vilderl'. S. N5.) sott sieauf Münzen vorkommen. Siebelis.