einer Allegorie.
genennet. Andere wolle»/ daß diese Allegorie wech-selweis von dem WorteKahn/ und von demeinen Pferd des Neptuns, welches diesen Namenhatte, entstanden sei. l)
Von allgemeinen Begriffen, wie Tu-genden und Laster sind/ waren in den älte-sten Zeiten der Griechen wenige bildlich zu machen/da in der Sprache selbst keine Zeichen solcher Be-griffe waren, wie wir aus dem HomeruS wissen.Zu den Zeiten dieses Dichters war selbst der allge-meine Begrif der Tugend nicht bekant, und dasgriechische Wort, welches dieselbe nachher bedeutete/ist bei ihm nur von Tapferkeit zu verstehen, sowie das Wort Weisheit eine eingeschränkte Be-deutung hatte, nämlich die Geschiklichkeit in me-chanischen Dingen. Da ferner überhaupt bei denAlten in ihren besten Zeiten nur heroische Tu-genden, das ist: diejenige»/ welche die menschli-che Würdigkeit erheben / geschäzet wurde»/ andere hin-gegen/ durch deren Übung unsere Begriffe sinken undsich erniedrigen/ nicht gelehret noch gesuchet wurden:so hat man diese um so viel weniger auf öffentlichenDenkmalen vorgestellet. Den die Erziehung der Altenwarder unsrigen sehr entgegengesezet; und da diese/wen sie gut sein soll/ vornehmlich auf die Reinigkeit derSitten fällt/ und die Ausübung der äusseren Pflich-ten der Religion besorget: so war jene bedacht/ dasHerz und den Geist empfindlich zu machen gegen diewahre Ehre/ und die Jugend zu einer mänlichen/großmüthigen Tugend zu gewöhnen/ welche alle klei-ne Absichten, ia das Leben selbst/ verachtete/ weileine Unternehmung der Größe ihrer DenkungSartnicht gemäß ausfiel. Bei uns wird die edle Ehrbe-gierde erstiket und der dumme Stolz genähret.
i) I ^ca6. lies Iiiscl'ijZt. t. 7> p> 42.