Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
435
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Beilage.

wie es mit dem jungen auf der Flöte spielenden Faun(soll anders derselbe als Nachahmung des vom

Protogenes betrachtet werden? der Fall wäre/ ist keines-wegs glaubwürdig. Von der Kunst der Alten sollte man sogering nicht denken/ als hätten sie den wesentlichen Unter-schied der Malerei und Plastik nicht eingesehen/ und dieMaler/ zumal in der schönsten Zeit/ da Avelles und Pro-togenes blühelen/ blos st atu en ähnli ch e Figuren gelie-fert die Bildbauer eben damals gem äl d eäl>n liche Com-Positionen in Marmor und Bronze.

Den edlen Figuren vom b akch isch e n Geschlechte istnoch beizuzählen der berühmte/ den jungen Bakchns ausden Armen tragende S il eN/ in der Villa Borg hese. ^5 B.j K. 7§.)

Von einem andern niedrigern Ideal sind diejenigenFaune/ welche der Autor durch das Beiwort Siaü,das ist: S tum v sn a si g e/ eigentlich scheint bezeichnen zuwollen. Sie haben ein breiteres/ flacheres Gesicht/ nicht tiesliegende Augen / meistens eine etwas hohle am Ende kolbigeNase; der Mund ist verhältnismäßig weit/ und die Mine ge-wöhnlich zum Lachen verzogen; vst sind ihnen unter denKin-taken am Halse die hängenden Warzen gegeben/ nach Art derZiegen; ihre übrige Bildung ist zuweilen schlank/ immer rü-stig und behende/ mit kräftig angegebenen Muskeln undSehne»/ wie ihr Geschäft/ Felder und Wälder zu durchstrei-fen, es erfodert. Unter den Figuren von dieser Art undCharakter gehört wohl dem berühmten b a r b e r i n i sch e nschlafenden Faun die erste Stelle. Wie er ermüdet/der Ruhe hingegeben liegt/ wie alle Sehnen der Glieder los-gestrikt sind/ ist unnachahmlich ausgedrükt. Man glaubt ihntief athmen zu höre»/ zu sehen/ wie der Wein ihm dieAdern schwellt/ die erregten Pulse schlagen. Die erträglichsteAbbildung dieses Denkmals findet sich unter den von Pira-nesi herausgegebenen Statuen. fZBlK. 6§.Z

Den zweiten Rang behauptet der das Scabillumtretende Faun in der Tribune zu Florenz. (Ru?, I?I<>.reat, t. z. tzb. 5g.) Vollkoninc Übereinstimmung derTheile/ höchst naive Einfalt in der Gebärde/ in der Haltungaller Theile nehmen nicht blos unsere Verwunderung in An-spruch/ leisten dem Verstände Genüge/ und lösen die Aufgabebefriedigend; sondern diese Figur ergözt auch selbst das Ge-müth gleich dem gedachten b a r b e r in i sch e n schlafendenFaun als ein heiteres herliches Bild der sich selbst gelasse»»r» Natur, überdem ist sie eine der allergelehrtesten/ oder