Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
433
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6 Buch/3 Kap.

des Mantels selbst widerspricht: den ein gegürteterMantel höret gleichsam dadurch auf ein Mantel zusein. Derjenige/ welcher die Zeichnungen zu denschön gestochenen Kupfern in des Chambray Be-gleichung alter und neuer Baukunst gema-chet/ hat sogar den Kallimachus/ den Erfinderdes korinthischen Kapitals/ weiblich gekleidet. Ich bindaher verwundert/ wiePascoliinder Vorrede zu sei-nen Lebensbeschreibungen der Maler behaup-ten können/ daß den Bildhauern des Altertums der edleund liebliche Geschmak in Gewändern gemangelthabe/ welches eines von den Theilen der Kunst sei/worinen dieselben von den Neuern übertroffen wor-den. Da nun dieser Scribent/ wie aus gedachtemBuche und aus dem Zeugnisse derer/ die ihn per-sönlich gekant haben / erhellet/ wenige oder gar keineKentniß von der Kunst gehabt hat/ sondern was erschreiben wollen/ stükweiS von Anderen erfragenmüßen! so ist hieraus zu schließen/ daß seine irrigeMeinung von den Gewändern der Alten ein ziemlichgemeines Urtheil unter Künstlern müße gewesen sein.Was kan man stch also von diesen Gutes verspre-chen / die von einem so wesentlichen Irrtume einge-nommen wirken und arbeiten/ und blind sind gegendaS/ was schön ist auch an mittelmäßigen Figurender Alten. Da man ausserdem von vielen Figurennicht einmal sagen kan/ wie Corneille von demBajazet des Racine sagete:daß unter einem türkischen Kleide ein französisch Herz sei/" nämlichdaß unter einer griechischen Kleidung eineModefigur steke: so würde/ wen die Zeichnungdes Nakenden fehlerhaft ist/ durch eine wohlverstan-dene Bekleidung Vieles verfielet werden.

NZinikelma». 4.