6 Buch/ Z Kap. äoi)
werden. 1) Dieser Mantel wurde durch einen großenKnopf/ insgemein auf der rechten Achsel/ zusammen-geheftet/ und hing über die linke Achsel / welche erbedekete/ herunter/ so daß der rechte Arm frei blieb.Zuweilen aber sizet dieser Knopf auf der linken Ach-sel, wie an den Brustbildern des Drusus/ desClaudius, des Galba/ des Trajanns/ einesHadrianuS und eines MarcuS AureliuS/ imCampidoglio. Das Paludameutum war bei denRömern/ was bei den Griechen die Chlamys war/ undkein Panzer/ wie einige geglaubet habe»/ sondernein mehr oval als rund geschnittenes Gewand vonPurpurfarbe: vesunis e>^»estris, wel-
ches kleiner war als der gewöhnliche griechischeMantel. 2) Mich wundert/ wie ein Akademikus inFrankreich unentschieden gelassen/ ob Paludamentumein Panzer oder ein Mantel gewesen. DiesesGewand trugen die Jmperatores und die Kaiser ver-möge der Würde/ die ihnen dieser Titel gab/ wel-chen jedoch weder Tiberius noch Claudius an-nehmen wollten; ihre Nachfolger waren weniger ei-gen hierin. Es ist bekant/ daß die Kaiser bis aufden Gallienus das Paludamentum in Romselbst nicht trugen/ sondern in der Toga gingen.Die Ursache davon entdeket man in der Vorstellung/die dem VitelliuS seine Freunde macheteN/ daer mit diesem Gewände anf der Achsel seinen Ein-zug in Rom halten wollte; dieser Aufzug/ fagetensie/ würde den Schein geben/ daß man der Haupt-stadt des römischen Reichs als einer im Sturm er-oberten Stadt begegnen wolle; auf diese Vorstellung
t) lMan vergleiche SB. i K. 24 §. No te.Z
2) Xiplül. in p. 96.
Z) De 1a Lletterie^ l'raite 1a nat. du ßvuv. rom. Xes-6c.ni. des ivscript,. t. 21. Hlöm. 3o.j.— Feg.
Winckelman. 4-