Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
388
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zss Geschichte der Kunst.

ceifchen VenuS waren dic Haare vergoldet/ sowie an dem Kopfe eines Apollo im Museo Ca-pitolino; am deutlichsten aber fand es sich an ei-ner schönen Pallas in Lebensgröße, von Marmor,unter den hercnlanischen Statuen zu Portici, unddas Gold war in so diken Blättern aufgeleget, daßdasselbe konte abgenommen werden; eS waren dieabgelöseten Stükchen noch vor fünf Jahren aufge-hoben.

§. 13. Zuweilen ließen sich die Weiber dieHaare abschneiden, wie die Mutter des Thes eus,^)und eine alte Frau auf einem Gemälde des Po-lygnotuS zu Delphos^) waren, welches vcrmnth-

mag sehr selten Von den Künstlern selbst in der Mei-nung veranlaßt sein, dadurch das Kunstwerk zu verschö-nern, sondern diese Sitte rührt wahrscheinlich in denmeisten Fällen von Frömlern her, welche sich aus solcheArt die Gunst der Götter zu erwerben gedachten. Sosieht man noch izo zuweilen in katholischen Kirchen anschön gemalten Madonnabildern seidene gestikte, oderivohl gar aus Silberblech getriebene Kleidung ; auch fehltes nicht an bunt angestrichenen und mit vergoldeten Zie-raten versehenen Statuen. Diese Ansicht enträthseltauch vielleicht den seltsamen Umstand von den violet be-malten Augen, Auqenbrannen; Liren u. s. w. derPallas von Nelletri, wovon bei Entdekung dersel«den 1797 noch deutliche Spuren sichtbar waren, überdas Färben der Haare schrieb Johannes Arn-ze». (Oe caxilloi-um coloi'Idus ci tinctur».) Meyer.

1) pausan. I. io. c. 2?.

Plutarchus (qua:5t> p. 267. lp. 82. «6!t.

gibt als eine allgemeine Sitte, bei den Griechenan, daß die Frauen in Trauersällen die Haare ab-schnitten, die Männer aber sie wachsen ließen; und daßes bei den Römern gerade umgekehrt gewesen. Fea.

2) kausan. I. i c>. c. 26. Ruri^iil. klnxnlss. v. 3^5.