Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
387
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6 Buch, 2 Kap.

Z87

§. t2. Den Haaren gab man vielmals eineHyacinthenfarbe; an vielen Statuen sind diesel-ben roth gefärbet/ wie zu sehen ist an der angeführe-ten Diana des herculanischen Mufti zu Portici.und ebendaselbst an einer kleinen VenuS von dreiPalmen hochwelche sich ihre benezeten Haare mitbeiden Händen auodrüket, wie auch an einer beklei-deten weiblichen Statue mit einem idealischen Kopfe,in dem Hofe des Mufti daselbst. An der medi-

wechfelt/ ist der bewegliche Haarpuz oder die Perrukeaus schwarze»!/ das Gesicht und der Hals aber aus weis«sei» Marmor; das Gewand besteht aus streifigem Alaba-ster. Auch ein Brustbild der Julia Alammäa, wo-von sich eine Abbildung im Muse» Pio-Clemen-tino tt. 6 t->v. 5?.) unter den Bnsten findet, hat ei-nen solche» beweglichen Haarvu). In der Antikenfam-lung zu Potsdam befindet sich eine ähnliche kahle Wei-berbüste/ der man die marmorne Perrüke abuehnien konte.Visconti beschreibt Mus. pio - Llc»>. t. 2. p. gg >vo.)eine weiß marmorue Statue der Julia Soeuiia,Mutter des Heliogabalus/ an welcher der Haarvu;ebenfalls willkürlich abgenommen und ausgesezt werdenkau! zugleich gibt er beiläufig Nachricht über diese son-derbare Sitte des beweglichen Haarpuzes an Statuenund Büsten römischer Damen! zu dessen Bemerkun-gen Bdttiger in seiner Sabina (1 B. S. 120,141/ I5S/ 161/ 165/ Z07.! manches Neue und Er-gözNcbe hinzugefügt hat. Me»er.l) Die Stelle/ worauf stch Winckelman beruft/ stehtnicht in Piudars ne»irische» Ode»/ sondern in denisthinischcn iVlI.v.ZZ.): , wo an-

dere lesen. Aber der Hha ei n thus der Ak-

ten ist eine li li e h n l i ck e / purpurfarbene Blu-me/ die nach der Fabel sowohl aus dem Blute desschönen Hyacinthus/ als des Selbstmörders Ajarerwuchs; und «v bedeutet stets eine Niole/ nie abereine H»aei»the; jene Haare waren also Violen-farbig. Lessing.

Ä Das Rotysärben And Vergolden der Haare a» Statuen