Geschichte der Kunst.
fällt/ ist allezeit wie in der Natur ohne Falten,die sich dahin senken/ wo eine Höhlung ist. Viel-fältig verworrene Brüche/ die von den niehrestcnneueren Bildhauern/ und sonderlich Malern gesu-chet werden/ wurden bei den Alten für keine Schön-heit gehalten; an hingeworfenen Gewändern aber/wie das am Laokoon ist/ und ein anderes / übereine Vase geworfen/ welche mit dem Namen desKünstlers bezeichnet ist / und sich in der
Villa Albani befindet/ siehet man/ wie zierlich insolchem Falle die Gewänder gebrochen sind.
§. 10. Zu !>em weiblichen Anzüge gehöret nach-her der übrige Schmuk: des KopfeS/ der Arme/ undder Anzug der Füße. Von dem Haarpuze der älte-ren griechischen Figuren ist kaum zu reden: den dieHaare sind selten in Loken geleget/ wie an römischenKöpfen; und an griechischen weiblichen Köpfen sinddie Haare allezeit noch einfältiger/ als an ihrenmänlichen Köpfen. An den Figuren des höchstenStyls sind die Haare ganz platt über den Kopf ge-kämmet, mit Andeutung schlangenweis fein gezoge-ner Furchen/ und bei Mädchen sind sie auf demWirbel zusammengebunden'^/oder um sich selbst in
t? ^Beschreib, d. geschttitt. Steine, 2 Kl. 1Z Abth>95S Num.1
Auf einer sehr seltenen silbernen Münze der Stadt Ta-rauto stzet Taras, der Sohn des Nextunus, wieauf den mehresten, zu Pserde; das Besondere aber linddie Haare desselben auf dem Wirbel in einem Schöpf,wie bei den Mädchen, gebunden, so dafi dadurch dasGeschlecht zweideutig würde, wen der Künstler diesesnicht deutlich an seinem Orte sehen lassen, unter demPferde stehet man eine alte tragische Larv e. W i n-ckelma n.
Der Autor wolttevielleicht sage», das, Tara s auf einemDelphine stze, wie man es auf allen Münzen steht,