Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
383
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6 Buch/ 2 Kap.

dcr Eintheilnng seien ; er muß dieNiobe selbst nichtbetrachtet haben/ da das Gewand derselben unterdie zierlichsten im ganzen Altertume kan gerechnetwerden. War aber der Künstler Absicht/ die Schön-heit des Nakenden zugleich sehen zu lasse»/ so seze-ten sie alsdan derselben die Pracht der Gewändernach/ wie wir an den Töchtern dcr Niobe se-hen : ihre Kleider liegen ganz nahe am Fleische undnur in den Höhlungen legen sich Falten/ auf denHöhen hingegen sind dieselben sehr leicht und nie-drig/ wie blos zum Zeichen des Gewandes gezogen.Den ein Glied welches sich erhebet/ und von wel-chem ein freies Gewand von beide» Seiten hinunter«

I) k'ülconet, zur Is sculpl. Wuvr. t. l> I>, 5i.

Faleonet vertheidigt sich (olisc'rv. sur la Zwtue «?s<Ie t. >. p. 2Z5.) gegen diese Kritik, indem

er ansiihrt/ daß er von den Kindern der Niobe/ abernicht von dcr Niobe selbst/ geredet. Lens sie costunie,I. 2. c. i. p, !>Z. hat geglaubt, das Gewand an dcr N i-ode, wie auch das an den andern Figuren dieses Gru-vo ausdrnklich mißbilligen zu müßen/ aus Furcht/des Autors Urtheil an dieser Stelle könte vielleicht ei>ncn nachtbeiligen Begris von der Kunst der Alte» inRüksicht der Gewänder erzeuge». Aber er scheint i» sei-nem Tadel zu weit gegangen zu sein; wie auch Fa<bronis Lob in seiner Dissertation über alle dieseStatuen S. 12. überriebe» ist. Fea.

Da dieses Denkmal dem hohen Style der griechischenKunst angehört/ so sind die Falten des Gewandes zwarallerdings wohl geworse»/ aber es ist weder der äusser-stcn Zierlichkeit im einzelnen nachgestrebt/ noch zeigensich künstlich angelegte/ gefällige Wirkung durch Licht undSchatten bezielende Masse»/ welche einer später» Zeitangehören Der Autor hat sich darum nicht ganz an-gemessen ausgedriikt/ wen er vom Gewände der Niobesagt: es könne unter die zierlichste» im ganzen Alter, tume gerechnet werden." Me»er.