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geben, und könte auch die Gratie des Anzugs ge-nennet werden; kan aber eigentlich nur von demoberen Gewände oder dem Mantel gesaget werden,weil dieser nach Belieben geworfen wird, das Unter-kleid hingegen durch jenes und durch den Gürtel ge-leget und gefaltet wurde. Es kan folglich diese Ei-genschaft füglicher der Kleidung der Allen als derunsrigen beigeleget werden: den diese ist bei beidenGeschlechtern am Fleische gepresset, und keines frei-en Wurfs fähig. Da nun der Faltenschlag nachden ältesten und folgenden Zeiten der Kunst verschie-den ist, so lieget in demselben und in der Zierlich-keit des AnzugS zugleich ein Theil der Keiitniß desStyls und der Zeiten. Die Falten geben an Fi-guren der ältesten Zeiten mehrentheilS gerade, oderin wenig gesenkcte Bogen gezogen, welches ein indiesen Sachen sehr unerfahrener Scribent von al-lein Faltenschlage der Alten saget, und nicht gewußthat, daß die Falten derjenigen Figuren, die er selbstanführet, am Unterkleids sein, und senkrecht fallenmüßen. >) In erleuchteten Zeiten der Kunst wurdein den Falten des obern Gewandes, oder des Man-tels, die höchste Mannigfaltigkeit gesuchet, so wiedie wirkliche Kleidung dieselbe bildete, die vermuth-lich in den ältesten Zeiten eben so geworfen wurde;die Kunst aber konte damals die unendlich verschie-denen Brüche der Gewänder noch nicht erreichen.Da nun die hetrurischen Gewänder mehrentheilS inkleine Falten geleget sind, welche, wie im Vorigenangezeiget worden, fast parallel neben einander lie-gen, und da der älteste griechische Styl, welchemder hetrurische ähnlich war, es also auch in derBekleidung gewesen ist, so kan man, auch ohneÜberzeugung aus überbliebenen Denkmalen, schlie-
t) parall. t. i. 8<?c. p. 124.