336 Geschichte der Kunst.
§. Die Mädchens scheinen über ihr Unter-kleid sich unter der Brust mit einer Binde fest gc-schnüret zu haben/ um ihr Gewächs geschlank zumachen/ zu erhalten / und sichtbarer zu zeigen/ unddiese Art von Schnürbrust hieß bei den Griechen, und bei den Römern «asiul». i) Manfindet auch/ daß das griechische Frauenzimmer/ dieFehler des Gewächses zu verbergen/ den Leib mitdünnen Bretterchen von Lindenholz gepresset habe.^)Der Gebrauch/ sich zu schnüren/ muß auch bei denHetruriern gewesen sein/ wie sich auf einer altenPaste an einer Scylla zeiget/ deren Leib gegendie Hüften wie eineSchnurbrust enger zuläuft.^) Anentkleideten Personen bis auf das Unterkleid/ istdieses mit einem Gürtel gebunden/ welches im völ-ligen Anzüge/ wie es scheinet/ nicht geschah.
§. 16. Der weibliche Rok war gewölmlich nichtsanderes/ als zwei lange Stüke Tuch/ ohne Schnittund ohne andere Form/ welche nur in der Längezusammengenähet waren/ und auf den Achseln durcheinen oder mehr Knöpfe zusammenhingen/ so wieZosephuS die gewöhnlichen Nöke beschreibet.^)Zuweilen war anstatt des Kopfes ein fpiziger Häft/und die Weiber zu ArgoS und Agina trugen derglei-chen Häfte größer/ als zu Athen. 5) Dieses warder sogenaute vierekichte Rok / welcher auf keineWeise rund geschnitten sein kaü/ wie Salmasiusglaubet/ (er gibt die Form des Mantels dem Roke/
,) Zkllmas. not. in Trot. 5^Z. Non. HI»r-
cell. c. 16. n. 6.
2) OüZaiik. not. In Lxai'ticm. x. 55. Tniscell. I. 5. c.9. p. 174.
3) beschreib, d. ge schnitt. Steine/ 2 Kl. 9 Abth.?
4) ^ntic^. I. 3. 0. L. Z. 4.
5) Heroclot. I. 5. c. 63.