Geschichte der Kunst.
Z. 12. Was den zweiten Punkt der weiblichenKleidung/ nämlich ibre verschiedenen Stüke, Ar-ten/ und die Form derselben betrift/ so sind zuerstdrei Stüke: das U n t e rkl e i d/ der Rok und derMantel zu merken/ deren Form die allcrnatürlichsteist/ die sich gedenken lässet. In den ältesten Zeitenwar die weibliche Tracht unter allen Griechen eben-dieselbe/ das ist: die dorische; in den folgendenZeiten unterschieden sich die Zonier von den übrigen;die Künstler aber scheinen sich in göttlichen und heroi-schen Figuren an die älteste Tracht vornehmlich gehal-ten zu haben.
Z. 13. Das Unterkleid/ welches statt unsersHemdes war/ siehet man an entkleideten oder schla-fenden Figuren/ wie an der faruesischen Flora/an den Statuen der Amazonen im Camvidogliound in der Villa Mattei; an der fälschlich soge-nanten Kleopatra in der Villa Medicis; aneinem schönen Hermaphroditen im PalasteFar-nese. Auch die jüngste Tochter der Niobe/ diesich in den Schooß der Mutter wirft/ hat nur dasUnterkleid;^ und dieses hieß bei den Griechen
sein. I. >, lit. 21. Z. Z.) sagt/ daß jeder in der Trauersich unter ander» Dingen auch der wrissen Kleider ent-halten/ und besonders die Witwen schwarze Trauerklei-der sür ihre Männer anlegen müßten. (I. Qenei-o. g. ss,cle lüs, Hui not. ins. Iteinr5.Z.
raliter z^. lk.; 6e iiijur.) Fea,
») Heroiiot, ü.
2) Die Flora nnd der Hermaphrodit sind aus demPalaste Farn esc nach Neapel gebracht; die Amazoneist die berulimte aus der Villa Mattei/ und die soge-naiite Kleopatra (eigentlich Aria d n e) kam aus derVilla Medici »ach Florenz. Me»er.
LMan vergleiche 5 B. 5 K. 22 §. Not e>)
2) Sie ist nicht blos mit dem ttnterkleide versehen; ei»