306 Geschichte der Kunst.
gen der kleinsten Schnüre angedeutet/ ja/ es findensich Füße, wo das Gestepete zwischen der oberen undder unteren Sohle nach Art der kleinsten Perlenausgearbeitet worden; und von den ehemaligen Sta-tuen wissen wir/ daß die mindesten Kleinigkeiten andem Jupiter des Phidias auf das äusserste be-endiget worden/ und wie viel Fleiß ProtogeneSauf das Rebhuhn seines Jalysus verwendet/um unzählige andere Werke nicht zu berühren.
K. 17. Zum vierten hüten sich diejenigen/ diedie Werke des Altertums selbst nicht haben betrach-ten können/ wen in den Zeichnungen und Kupfernderselben offenbar ungestaltete Theile an den Figurenerscheinen/ ihren Tadel auf die alten Künstler zurichten; sondern man sei versichert/ daß das Unge-staltete entweder dem Zeichner oder dem Bildhauer/der solche Stüke ergänzet hat/ beiznmessen sei. Zu-weilen lieget die Schuld sowohl an dem einen als ^an dem andern; und dieses erinnere ich über dieKupfer der giustinianifch e n Galerie/ in welcheralle Statuen von den ungeschiklesten Arbeitern er-gänzet worden/ und in dem/ was wirklich alt ist,von Personen gezeichnet sind/ für die das Altertumkeine Speise war. Dieser Erfahrung zufolge urtheileich über die schlechten Beine einer schönen Statuedes B a kch u s/ welcher sich auf einen jungen Satyrgelehnet hat/ die in der Bibliothek von S. Marcotu Venedig stehet: 2) den ob ich gleich dieselbe/ daich dieses schreibe/ noch nicht gesehen/ halte ich mich
1) ?Iin. I. Z!>. c. i o> sccl. Z6. n. 10 et 20. splularcli. mDcnietrio, c. 22.) Meyer.
lNicht in dem Jal» sus/ sonder» in einem andern Ge- 1mälde des Protogenes befand sich das Nebbnhii/ wieLessing bemerkt hat. Man sehe dessen Note im iBandc/ S. 7l — 7^,Z
2) ZiiacUi, Statue 61 pari. 2. tsv. 26.