5 Buch/ 6 Kap. 305
wahren Endzwek der Zeichnung gerichtet bleibe. Diewenige Achtung alter Künstler auf Dinge/ die gleich-sam ausser ihrer Wissenschaft waren/ zeiget sich z. E.i» den gemaleten Gefäßen / wo der Stuhl einer sizen-den Figur durch einen bloßen horizontal gelegetenStab angedeutet worden/ ohne sich zu bekümmern/wie man sich dieselbe sizend vorstellen wolle; in derFigur selbst aber ist der ganze Meister zu erkennen.Dieser Erinnerung aber will ich mich nicht bedienenbis zur Bemäntelung desjenigen / was wirklich in denWerken der Alten mittelmäßig oder schlecht ist; wenaber an einem und ebendemselben Werke die Haupt-figur vorzüglich schön ist/ und der Zusaz oder dasderselben beigelegete Zeichen und Attribut weit unter> jener stehen muß: so glaube ich/ man könne darausschließen/ es sei alsden das Schlechtere in der Formund Arbeit als ein Nebending oder Parergon/^ wie es auch die Künstler nenneten / von ihnenangesehen worden. Den diese Parerga sind nichtwie die Episoden eines Gedichts oder die Redenin einer Geschichte anzusehen/ worin hier der Scri-bent und dort der Dichter alle ihre Kunst gezeigethaben.
§. 16. Dieses glimpfliche Urtheil erfordert alsoder Schwan zu den Füßen der oben gedachten schö-nen Figur des Apollo in der Villa Medieis/^)indem jener mehr einer Gans als einem Schwanegleichet. Hch will indessen hieraus keine Regel aufalle Parerga machen/ weil dieses wider die ausdrük-liche Nachricht der Scribenteii/ und zugleich widerden Augenschein sein würde. Den an vielen gehar-nischten Statuen sind an dem Schnrze die Windun-
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1) 1.36. c. in. sect. 36. n. 20. pi'inc. F e N.
2) Eine von den Figuren des Nvollo, welcke gegemvär-lig zu Florenz stehen. L5 B, t K- 22 §.Z Meyer.
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