zoi Geschichte der Kunst.
theil erwachsen, und es ist auch daher in neuerenZeiten das' Schöne aus der Kunst gleichsam verwie-sen worden. Den durch solche pedantische Künstlerohne Empfindung / da diese theils durch das Schönenicht gerühret worden/ theils dasselbe zu bilden un-fähig gewesen/ sind die gehäuseteu und übertriebe-nen Verkürzungen in den Gemälden an Deken undGewölberu eingeführet/ und diesen Pläzen dergestalteigen geworden/ daß man aus einem daselbst ausge-führeten Gemälde/ wen nicht alle Figuren wie vonunten erbliket erscheinen/ auf die Ungeschiklichkeitdes Künstlers schließet. Nach diesem verderbten Ge-schmake werden insgemein die zweiOvalstüke an derDeke der Galerie in der Villa Albani dem mitt-lern Hauptgemälde von eben dem großen Künstlervorgezogen/ wie dieser in der Arbeit selbst voraus-sah/ t) und auch in Verkürzungen und im Wurfeder Gewänder/ nach Art des neuen und des Kirchen-stylS/ dem gröberen Sinne Nahrung und Waide ?liat gebe» wollen. Eben so wird der Liebhaber derKünste urtheilen/ wen derselbe Bedenken hat/ füreinen Sonderling gehalten zu fein/ oder sich demWidersprüche auszusezen/ und der Künstler/ welcherden Beifall des größten Haufens suchet/ gehet aufdiesem Wege/ und glaubet vielleicht mehr Geschikzu zeigen/ ein Nez in Stein durchzubohren/ alseine rein gezeichnete Figur hervorzubringen.
§. 16. Zum dritten mache man / wie die al-ten Künstler augenscheinlich gethan haben / einenUnterschied zwischen dem Wesentlichen in derZeichnung und unter Nebendinge«/ theils damitunser Urtheil nicht unrichtig werde/ dasjenige zutadeln/ was der Untersuchung nicht würdig ist/ theilsauch damit unsere Aufmerksamkeit allein auf den
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