Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
303
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6 Buch / 6 Kap.

noch mehr wissen wolle»/ erzählen hierbei/ daß derKopf eine Meile weit von öer Statue in einemBrunnen / und die Beine zehen Meilen weit von derStatue gefunden worden/ welche Fabel auf gutenKlauben in mehr als einem Buche vorgebracht ist:daher geschiehet es alsderi/ daß man nur die neuenZusäze bemerket. Von dieser Art sind die Anmerkun-gen/ welche die blinden Führer der Reisendeni» Rom, und die Reisebeschreiber von Italien ma-chen. Einige irren/ wie jene, aus unzeitiger Vor-sicht/ wen sie in Betrachtung der Werke der Altenalle Vorurtheile zum Vortheile derselben bei Sei-te sezen wollen/ und sich vorgenommen zu habenscheinen/ nichts zu bewundern/ weil sie glau-ben/ es verrathe dieses Bezeigen die Unwissenheit/da gleichwohl/ nach dem Platv/ die Bewunderungeine Empfindung einer philosophischen Seeleist/ und der Anfang zur Philosophie:

«xx» »«V7-»' Diese sollen aber vielmehr

vorher eingenommen sich den Werken der grie-chischen Kunst nähern: den in der Versicherung/ vielSchönes zu finden/ werden sie dasselbe suchen,und einiges wird sich ihnen entdeken. Man kehreso oft zurük/ bis man es gefunden hat; den es istvorhanden.

§. Die zwote Erinnerung ist: nicht derHandwerkSentscheidung nachzusprechen/ welche meh-rcntheils daö Schwere dem Schönen vorziehet;und diese Warnung ist nicht weniger nüzlich als dievorhergehende/ weil der Schlag gemeiner Künstlerinsgemein also urtheilet/ die nicht das Wissen/sondern nur die Arbeit schäzen. Durch dieses ir-rige Vornrtheil ist der Kunst selbst ein großer Nach-

r) l'keMtet. p. »65.