Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
285
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s Buch/ 5 Kap.

Z. 36. Nicht weniger als die Ohren waren dieHaare ein Theil/ worin die alten Bildhauer alle? ihre Geschiklichkeit zu zeigen sucheten/ und eS gebendaher diese sowohl als jene ein Kenzeichen, dasNeue von dem Alten zu unterscheiden / indem dieneueren Künstler theils in dem Wurfe der Haare/theils in der Ausarbeitung derselben von den Altenso sehr verschieden sind/ daß dieses einem Anfängerin der Kentniß der Kunst zuerst in die Augen fal-len muß. >) Von den Haaren über der Stirne ha-be ich bereits vorher geredet/ wo zugleich angezeigetworden/ wie diese Haare lind deren besonderer Wurfeinen Jupiter und Herkules von andern Göt-tern kcntlich machen. 2)

Z. 37. Die Arbeit der Haare war verschiedennach der Eigenschaft des Steins/ so daß dieselbenin der harten Art wie kurz geschnittene und hernachsein gekämmete Haare vorgestellet sind / welches ich^ unten an seinem Orte wiederhole/ weil dieser Steinspröde und zu hart ist/ frei hängende und krauseHaare herauszubringen. In Marmor hingegen undzwar an mänlichen Figuren von guter Zeit der Kunstsind die Haare lokicht gehalten/ ausgenommen wo

!) Zur Beurtheilung der Verschiedenheiten des St»l§ undBestimmung der Zeiten/ aus denen die Monumente her-rühren/ ist die Arbeit an den Haare» eines der erstenMerkmale; den da die Haare durch den Plastischen Künst-ler nie scheinbar natürlich/ sondern immer Nnr auseine c on ve n tio nell e Weise können vorgestellt wer-den / so drükt sich der eben gangbare Geschmak einer je-den Zeit darin aus; selbst svätere Nachahmer werdenaus dergleichen Nebenwerke minder genau geachtet ha-be»/ also/ daß auch die Eigentümlichkeit im Geschmakeihrer Zeit sich in den Haaren am deutlichsten offen-bart. Me»er.

2) Man vergleiche SB. 1 K. Zt §. SB. SK. !0§.Z