276 Geschichte der Kunst.
der Ergänzung zu untersch»iden; dergestalt/ dasswen man über da» Alter geschnittener Steine zwei-felhaft ist/ und man siehet, daß das Ohr nur wieangeleget/ und nicht mit aller Sorgfalt ausgearbei-tet ist/ man die Arbeit ohne Zweifel für neu er-klären kan. i) An Figuren bestickter Personen kanman zuweilen/ wen das Gesicht verunstaltet undunkentlich geworden ist/ aus der Form des Ohrsdie Person selbst/ wen dieselbe bekaiit ist/ errathe»/wie aus einem Ohre mit einer ungewöhnlichen gro-ßen inneren Öfming auf einen Niareus Aure-lius zu schließen ist. In solchen Figuren sind diealten Künstler so aufmerksam auf die Ohren gewesen/daß sie auch das Unförmliche angedeutet/ wie diesesunter anderen an einem schönen Brustbilde deSMarchese Rondinini/ und an einem anderen Ko-pfe in der Villa Altieri zu sehen ist.
K. >50. Nebst den unendlich verschiedenen For-men der Ohren an Köpfen/ die nach dem Leben selbstgebildet worden/ oder Copien derselben sind/ bemer-ket man ein ganz besonderes Obr an idealischen Fi-guren sowohl als auch an einigen / die bestickte Per-sonen vorstellen; und dessen Eigenschaft bestehet da-rin/ daß es platt geschlagen und an den knorpelich-ten Flügeln geschwollen erscheinet/ wodurch der in-nere Gang derselben enger/ und das ganze äussereObr selbst zusammengezogen und kleiner geworden ist.Ein solches Ohr wurde ich zuerst an einigen Köpfen
t) Diese Bemerkung bestätigt sich im den Köpfen von vor,züglicher Schönheit und besonders an den Büste»/ welcheman in der Nähe betrachten muß, wie z, B> an der desjungen Com modus im Museo Cavitolino, undan ander»/ wo auch die übrigen Tbeile nicht sorglosgearbeitet sind; aber vernachläßigt sind die Ohren oft a»Köpfen und besonders an Statuen. Fea.