Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
273
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5 Buch, 6 Kap. 273

§. 27. Das Kin wurde von den griechischenKünstlern in Bildern hoher Schönheiten nicht durchein Grübchen unterbrochen: den dessen Schönheitbestehet in der rundlichen Völligkeit seiner gewöl-beten Form, welche durch die Unterlipe, wen die-selbe kurz ist/ desto mehr Großheit erhält/ und umdiese Form dem Kinne zu geben/ haben die altenKünstler/ nach Anweisung der schönsten Natur / dieunteren Kinladen größer und tiefer heruntergezogen/als gewöhnlich ist/ gehalten. Und da das Grübchenim Kinne/ welches bei den Griechen hieß/>)

nur einzeln in der Natur und etwas Zufälliges ist:so ist es von griechischen Künstlern nickt/ wie vonneueren Scribenten / ^) als eine Eigenschaft der all-gemeinen und reinen Schönheit geachtet worden.Daher findet sich das Grübchen nicht an de?Niobe und an ihren Töchtern/ noch an deralbanischen Pallas/ noch an der CereS/ aufMünzen von Metapont/ so wenig als an der Pro-^scrpina auf Münzen von SyrakuS/ den Bil-dern der höchsten weiblichen Schönheit. Vonden schönsten mänlichen Statuen hat weder Apo llv/noch der Melager im Belvedere/^) noch Bak-

»lalen der Hetrurier gedacht ist; tZ B. Z K.§.Z und der zu den seltnen Figuren des alten St»lsgehört, weil diese sonst die Lipen meistens geschlossenhaben. Meyer.

1) pollux, I. 2. c. 4. go.

2) i'Vanco, Dinl. «loll.i 1. P. 27.

Auch Paul Anton Nvlli (lii»«-, x. >z.) in folgenden Verse» :

Winckelmaü.

Z) Der sogenante AntinouS/ den Visconti sur einenM e rcu ri ns hält. (IVluz. ?io -Llem. t. >. tav. 7.) Fea.