272 Geschichte der Kunst.
aber sind dieselben an allen göttliche»/ sowohl weib-lichen als mänlichen Figuren aus' den folgendenZeiten der Kunst/ und sonderlich an der Venus/das Schmachtende der Sehnsucht und der Liebe inihr auszudrüken; und eben dieses kan auch vonheroischen Figuren gemerket werden. Auf die Öf-nung des Mundes einer Statue des Apollo/ indem Tempel desselben auf dem Palatins zu Rom,deuter auch PropertiuS mit dem Worte liiare:
Nie e^uidenn ?I>c«I)c> visns milii siulcrior ijisoHliiimorcus iaLi'l» csiiueli /»a^e Ivi.i^ 2)
In ähnlichen Bildern bestickter Personen pflegetdas Gegentheil zu sein; und die Köpfe der Kai-ser überhaupt haben ohne Ausnahme geschlosseneLipen. Der Rand der Lipen an Köpfen des älterenStylS ist an einigen mit einer eingeschnittenen Li-nie bezeichnet/ an anderen aber ist dieser Rand ganz >unmerklich erhoben und wie gekniffen; welches ver- Imuthlich geschehen/ um an Figuren/ die in einergewissen Entfernung standen/ den Zug desselben 'deutlicher zu bezeichnen. Sehr wenige Figuren/ dieim Lachen/ so wie es einige Satyrs oder Fau-nen sind/ vorgestellet worden/ haben die Zähnesichtbar; und von Figuren der Gottheiten mit einemsolchen Munde ist mir nur bekaiit eine Statue desApollo des älteren Styls, in dem PalasteConti. 4)
t) So war die knidische Venus des Praxiteles,(I^llcian, II. iZ.) F e a.
2) 1^. 2. 2Z. V. 5.
3) Die Lipen sind etwas geöfnet a» ciniaen Köpfen desälteste» St»ls/ welche berühmte griechische Personen vor,stellen und im Bestze des Cavaliere Don Nicola d'Aia-ra sind. Fea.
Ä Wahrscheinlich der A p oll»/ dessen schon unter den Denk-