270 Geschichte der Kunst.
deren weiblichen Kovse in dem Paläste Ginstini-ani mit einander vereiniget; man glaube aber nicht/daß dieses geschehen sei/ die Schönheit dieser Per-sonen zu erhebe»/ sondern ein ähnliches Bildz» machen. Unterdessen/ obgleich Suetonius diezusammengewachsenen Augenbraunen des Augustusbemerket/1) finden sich dieselben an keinem einzigenseiner Köpfe also vorgestellet. Augenbraunen/ die
gänzt, nebst Stüke» an den Slire». über den Umstand,daß die Augenbraunen z n sa »> m e» la u sen, können wirkeine Auskunft geben, weil unsere B>obachtunge» nichtdaraus gerichtet waren; es gibt aber ebenfalls in derflorentinischen Galerie in einem Nebenzimmer, wo An-tiken stellen, ei» Brustbild einer unbekanten römischenFrau, deren etwas starke Augenbraunen über der Nasezusammenlauien, und noch obendrein gekräuselt stnd.Das vorgestellte Individuum mag etwa zu TrojansZeiten gelebt haben, »ach Maßgabe des St»ls der Ar-Veit und des Haarxuzes, welcher leztere aus sehr vielen lum den Kops gewundenen Flechten besteht; von derStirne zuruk, längs den Schläfen, geht ein ordentlichesNez von kleinen Lökchen bis nach hinten über den Kno-ten der Haarflechten, und eben diese ^ökchen bilden überder Stirn eine Art von Schläuse. Das Gestcht hat kei-ne schönen Züge, etwas ausgeworsene Lipen, und einsehr zurükgeworsenes Kin; es ist aber überhaupt so aus«serordentlich natürlich, daß man das auf den Livenschwebende Wort zu hören erwartet. Sowohl die Fleisch-parrhien als die Haare sind mit großem Fleiß und Kunstgearbeitet, die Nase ist neu, desgleichen das HintereTheil' der Shrffügel, auch stnd die Schultern angesezt;aber die wirkliche Brust hat sich erhalten. Mever.
t) I» ^ugusto, c, 7g.
2) Zusa mm en la usend e Augenbraunen, wie demSuetonius zufolge Augustus gehabt, steht manwirklich an einem vorzüglich gearbeiteten Kovf desselbenvon weissem Marmor, im Muse» Pio - Clementi-no (t. 6. tllli. welches auch zugleich das einzig«